10. Auschwitz: Die wissenschaftlichen Untersuchungen

10.1. Das Leuchter-Gutachten

1988 fand in Toronto der Revisionsprozess gegen Ernst Zündel statt (siehe Kapitel 8.3.). Während des Verfahrens beauftragten Zündel und Faurisson den Ingenieur Fred Leuchter, der für die Wartung der damals noch in einigen US-Staaten benutzten Hinrichtungsgaskammern zuständig war, mit der Erstellung eines Gutachtens über die als Gaskammern bezeichneten Räume in Auschwitz I, Birkenau und Majdanek. Mit einer kleinen Mannschaft flog Leuchter im Februar 1988 nach Polen und erstellte anschließend die erste technische Expertise über die “Tatorte” beim “größten Massenmord der Geschichte”.[1] Seine Schlussfolgerungen umfassten drei Punkte:

  • Die “Gaskammern” waren nicht als solche geplant und konnten nicht als solche verwendet werden.
  • Die Kapazität der Krematorien hätte nur zur Einäscherung eines Bruchteils der angeblichen Vergasungsopfer ausgereicht.
  • Die (nicht von Leuchter selbst, sondern vom Chemiker Dr. James Roth vorgenommenen) Analysen von Gemäuerproben aus den “Gaskammern” ergab keine oder nur verschwindend geringe Zyanidmengen, während in einem Kontrollmuster aus einer Entlausungskammer ein enorm hoher Zyanidwert ermittelt wurde. (Zyanide können durch die Einwirkung von Blausäure, dem Wirkstoff in Zyklon B, auf Gemäuer entstehen.)

Der Leuchter-Bericht hatte unleugbar etliche Schwachstellen, auf die auch revisionistische Forscher hingewiesen haben,[2] doch war seine Eisbrecherfunktion kaum zu überschätzen.

10.2. Das Rudolf-Gutachten

Der Diplom-Chemiker Germar Rudolf hat das Leuchter-Gutachten in einer ausführlichen Expertise verifiziert.202 Er kam zu dem Ergebnis, dass die bezeugten Massenvergasungen in Auschwitz aus bautechnischen und chemischen Gründen nicht stattgefunden haben können:

  • Die angeblichen Zykloneinwurflöcher fehlten zur “Tatzeit”. Man konnte die Granulate nicht auf die von Zeugen geschilderte Weise einführen.
  • Blausäure reagiert mit einigen Substanzen im Mauerwerk. Die stabilste dieser Verbindungen ist das Farbpigment Eisenblau oder Berlinerblau, dem die Säure ihren Namen verdankt. Eisenblau ist außerordentlich stabil und zerfällt erst in ähnlich langen Zeiträumen wie das Mauerwerk selbst. Hätten in den “Gaskammern” Massenvergasungen stattgefunden, so müsste das Eisenblau in ähnlich großen Mengen nachzuweisen sein, wie man sie im Gemäuer der Entwesungskammern findet. Doch finden sich in den “Gaskammern” lediglich nicht reproduzierbare Zyanidwerte nahe der Nachweisgrenze.
  • Das Lieblingsargument, das die Vertreter der Gaskammergeschichte gegen dieses Gutachten ins Feld führen, lautet, die Opfer hätten vor ihrem Tod die gesamte Blausäure durch die Atmung aufgenommen. Doch wie erwähnt sonderten die Granulate ihr Gift über zwei Stunden lang ab, und den Zeugen zufolge waren alle Opfer nach spätestens einer halben Stunde tot. Haben die Leichen noch anderthalb Stunden lang Blausäure eingeatmet?

Auf die anderen Argumente seiner Gegner hat Rudolf in der zweiten Auflage seines Gutachtens selbst geantwortet, so dass wir uns hier damit begnügen können, auf letzteres zu verweisen.

10.3. Carlo Mattognos Studie über die Krematorien

Abgesehen von einem Massengrab mit 536 Leichen[3] wurden in Auschwitz nach der Befreiung keine Massengräber vorgefunden. Die Leichen der im Lager ums Leben Gekommenen müssen also verbrannt worden sein. Dies gilt für die eines “natürlichen Todes” Gestorbenen[4] ebenso wie für die hypothetischen Vergasten. Unter diesen Umständen ist die Frage nach der Kapazität der Krematorien von entscheidender Bedeutung.

Die bisher einzige wissenschaftliche Studie zu diesem Thema hat Carlo Mattogno in Zusammenarbeit mit Franco Deana erstellt.[5] Anhand der erhaltenen Dokumentation über die ab März 1943 in Betrieb genommenen vier Krematorien von Birkenau, deren Kapazität und Betriebszeit genau bekannt ist, gelangte er zu dem Schluss, diese hätten theoretisch 620.000 Leichen verbrennen können. Diese hohe Kapazität verleiht auf den ersten Blick dem Verdacht Auftrieb, die SS habe in der Tat einen Massenmord geplant. Hiergegen sprechen allerdings folgende grundlegende Fakten:

Am 17. und 18. Juli 1942 stattete Himmler Auschwitz einen Besuch ab und befahl, die Aufnahmefähigkeit des Lagers auf 200.000 Häftlinge zu steigern. Damals wütete in Auschwitz der Fleckfieber. Da das Auftreten solcher Seuchen auch bei der angepeilten Lagerstärke nicht auszuschließen war und das Krematorium im Stammlager Auschwitz I eine für solche Situationen zu geringe Kapazität aufwies, wurden gleich vier Krematorien in Auftrag gegeben, die dann im Lagersektor Birkenau errichtet wurden.

Um die Zahl der maximal möglichen Kremierungen zu ermitteln, gilt es nicht nur der Kapazität der Krematorien, sondern auch den zur Verfügung stehenden Quantitäten von Koks Rechnung zu tragen. Die Kokslieferungen nach Auschwitz sind von Februar 1942 bis Oktober 1943 lückenlos dokumentiert; ihre Gesamtmenge belief sich auf 1.032,5 Tonnen.[6] Unter Annahme eines durchschnittlichen Koksbedarfs von 20 kg zur Einäscherung eines Leichnams konnte man hiermit 51.625 Leichen verbrennen – was recht genau der Zahl der laut den Sterbebüchern während dieses Zeitraums verstorbenen Häftlinge entsprach. Die einzige mögliche Schlussfolgerung ist, dass die Lagerleitung nur die Einäscherung der im Lager gestorbenen registrierten Häftlinge und keine Einäscherung Hunderttausender von Vergasten plante.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Tatsache, dass das feuerfeste Mauerwerk der Krematorien nie ausgewechselt wurde (hätte eine solche Auswechselung stattgefunden, so fänden sich in der Dokumentation über die Krematorien zahlreiche Hinweise darauf). Die Firma Topf, welche die Krematorien von Auschwitz herstellte, gab die maximale Zahl von Verbrennungen, die ohne Auswechselung des Mauerwerks möglich war, mit 3.000 pro Muffel an, was 50% über der damaligen Norm lag. Dementsprechend konnten die 46 Muffeln der fünf Krematorien von Auschwitz I und Birkenau höchstens 138.000 Leichen verbrennen. Hält man sich vor Augen, dass die Zahl der im Lager Gestorbenen nach den Dokumenten bei rund 135.000 liegt, so rundet sich das Bild ab.

Zu erwägen ist natürlich die Möglichkeit von Verbrennungen unter freiem Himmel. Solche gab es mit Sicherheit, denn im Herbst 1942, vor der Errichtung der Krematorien von Birkenau, lag die Sterblichkeit in Auschwitz an manchen Tagen bei über 300 Toten, und das Krematorium des Stammlagers konnte maximal 120 Leichen pro Tag einäschern. Der entscheidende Zeitraum ist aber die Periode von Mitte Mai bis Mitte Juli 1944, als in Birkenau Hunderttausende ungarischer Juden vergast worden sein sollen. Den Zeugen zufolge wurden die Leichen größtenteils in riesigen Gräben verbrannt. Während dieses Zeitraums wurde Birkenau mehrmals von alliierten Aufklärungsflugzeugen fotografiert. Um die Auswertung dieser Aufnahmen hat sich vor allem der Kanadier John Ball verdient gemacht.[7] Auf keiner einzigen davon sind diese flammenden Gräben zu sehen. Am wichtigsten ist die Aufnahme vom 31. Mai 1944. Sie lässt nichts von dem erkennen, was die Zeugen gesehen haben wollen: Keine Menschenschlangen vor den Krematorien, keine lodernden Feuer, keinen rauchgeschwärzten Himmel.

Zum Abschluss sei hier noch auf ein Dokument hingewiesen, das in der Holocaust-Literatur oft zitiert wird, um die sagenhafte Kapazität der Krematorien von Auschwitz-Birkenau zu beweisen. Es handelt sich um einen vom 28. Juni 1943 stammenden Brief des Leiters der Zentralbauleitung Auschwitz, Bischof, dem zufolge die Krematorien von Au­schwitz-Birkenau insgesamt 4.756 Leichen täglich einzuäschern vermochten.[8] Diese Kapazität liegt um mehr als das Vierfache über der tatsächlichen theoretischen Maximalkapazität. Aus diesem Grund vertritt Manfred Gerner die Ansicht, bei diesem Dokument handle es sich um eine Fälschung.[9] C. Mattogno nimmt hingegen an, dass das Schreiben echt ist, aber von einer inkompetenten Person erstellt wurde.[10] Letzten Endes ist die Frage nach der Echtheit nicht einmal sonderlich wichtig: Wenn in einem Dokument steht, ein Volkswagen Käfer könne eine Geschwindigkeit von 800 Stundenkilometern erreichen, so ist diese Behauptung unabhängig von der Authentizität des betreffenden Dokuments schlicht abwegig.

 

[1]     Fred Leuchter, An engineering report on the alleged “gas chambers” at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Toronto 1988; vgl. Fred Leuchter, Robert Faurisson, Germar Rudolf, The Leuchter Reports. Critical Edition, 2. Aufl., Washington, DC, 2011.

[2]     Leuchter gab beispielsweise die Kapazität der Krematorien zu niedrig an und behauptete irrtümlicherweise pauschal, die “Gaskammern” hätten kein Lüftungssystem besessen. Fehlerhaft war auch seine These, wegen der Explosivität von Blausäure hätte man Gaskammern nicht im selben Gebäude wie Verbrennungsöfen einrichten können; diese Gefahr hätte nur beim Einsatz extrem hoher Blausäuremengen bestanden. Siehe neben F. Leuchter, R. Faurisson, G. Rudolf, ebenda, auch Carlo Mattogno, Holocausto: Dilettanti allo sbaraglio, Padua 1996, S. 212ff.

[3]     Gosudarstvenny Archiv Rossiskoj Federatsii, Moskau, 7021-108-21.

[4]     Wir setzen diesen Ausdruck in Anführungszeichen, weil auch diese Menschen nicht gestorben wären, wenn man sie nicht in ein immer wieder von Seuchen heimgesuchtes Lager geschickt hätte.

[5]     Carlo Mattogno, The Crematory Ovens of Auschwitz, Washington, DC (in Vorbereitung); gekürzt: ders., “The Crematoria Ovens of Auschwitz and Birkenau”, in: G. Rudolf (Hg.), Dissecting the Holocaust, Chicago 2003, S. 373-412.

[6]     Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, D-AUI-4, Segregator 22, 22a.

[7]     John Ball, “Luftbild-Beweise”, in Ernst Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Tübingen 1994, S. 235-248; ders., Air photo evidence, Delta 1992; eine gekürzte Fassung findet sich in G. Rudolf (Hg.), aaO. (Anm. 210), S. 269-282.

[8]     Gosudarstvenny Archiv Rossiskoj Federatsii, Moskau, 502-1-314, S. 14a.

[9]     Manfred Gerner, “Schlüsseldokument ist Fälschung”, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, 3/1998.

[10]    C. Mattogno, “Schlüsseldokument – eine alternative Interpretation”, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, Nr. 1/2000.