13. Die Gaswagen

Unter anderem als Vergeltung für die von deutscher Seite erfolgte Enthüllung des Massakers an polnischen Offizieren in Katyn führten die Sowjets im Juli 1943 in Krasnodar und im Dezember 1943 in Charkow Schauprozesse gegen sowjetische Kollaborateure und deutsche Soldaten durch, denen vorgeworfen wurde, Menschen in Gaswagen ermordet zu haben. Somit waren die seit Ende 1941 kursierenden Gerüchte über den Einsatz von Gaswagen zur Menschentötung juristisch abgesegnet. Laut den Holocaust-Historikern wurden solche Fahrzeuge außer an der Ostfront auch in Serbien sowie in dem nordwestlich von Lodz gelegenen “Vernichtungslager” Chelmno eingesetzt.

In dem 2011 erschienenen Sammelband Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas wird die Gesamtzahl der in Gaswagen umgebrachten Juden auf S. 9 mit 700.000[1] und auf S. 24 mit 500.000[2] angegeben. Von diesem sollen 250.000 in der UdSSR272 und 152.477 in Chelmno[3] den Tod gefunden haben; wo die restlichen knapp 100.000 bis knapp 300.000 Gaswagen-Opfer zu verzeichnen waren, geruhen die Autoren des Sammelbandes ihren Lesern nicht mitzuteilen. Der Grund für diese im Vergleich zu der traditionellen Holocaust-Geschichtsschreibung stark überhöhten Zahlen liegt auf der Hand: Die behaupteten Massentötungen in stationären Gaskammern werden von den Revisionisten nicht nur mit historischen, sondern auch mit technischen Argumenten in Frage gestellt. Andererseits ist es unbestreitbar möglich, Menschen im Kastenaufbau eines Wagens durch ins Innere geleitete Motorabgase zu töten, so dass sich die Gaswagengeschichte rein technisch nicht widerlegen lässt. Deshalb haben die an der Aufrechterhaltung der Vergasungslüge interessierten Kreise alles Interesse daran, den Anteil der “Gaswagenopfer” an den “Vergasungsopfern” möglichst hoch zu gewichten.

Wie Ingrid Weckert,[4] Pierre Marais[5] und Santiago Alvarez[6] dargelegt haben, sieht die Beweislage wie folgt aus:

  • Es wurde niemals ein solches Fahrzeug vorgefunden.
  • Technische Pläne für den Bau solcher Fahrzeuge gibt es ebenso wenig wie Fotos.[7]
  • Die Zeugenangaben über Aussehen, Größe, Funktionsweise und Eigenschaften der angeblichen Gaswagen sind in kaum überbietbarer Weise widersprüchlich und technisch oft völlig unsinnig.
  • Als dokumentarische Belege werden im Wesentlichen zwei Dokumente präsentiert, die sich leicht als groteske Fälschungen nachweisen lassen.

Das erste dieser beiden Dokumente ist ein angeblicher Brief des RSHA an die Autofirma Gaubschat. Das Schreiben beginnt wie folgt:[8]

“Berlin, den 5. Juni 1942.

Einzigste Ausfertigung.

Betrifft: Technische Abänderungen an den im Betrieb eingesetzten und an den sich in Herstellung befindlichen Spezialwagen.

Seit Dezember 1941 wurden beispielsweise mit 3 eingesetzten Wagen 97.000 verarbeitet, ohne dass Mängel an den Fahrzeugen auftraten.”

Ebenso wenig wie das Wort “einzigst” in der deutschen Sprache existiert, beginnt kein halbwegs normaler Mensch einen Brief mit “beispielsweise”. Und was, bitteschön, wurde da “verarbeitet”?

Obwohl laut diesem merkwürdigen Brief an den Fahrzeugen keine Mängel aufgetreten waren, wird anschließend eine Reihe technischer Verbesserungen vorgeschlagen, darunter als erste folgende:

“Um ein schnelles Einströmen des CO unter Vermeidung von Überdruck zu ermöglichen, sind an der oberen Rückwand zwei offene Schlitze von 10 x 1 cm an lichter Seite anzubringen. Dieselben sind mit leicht beweglichen Scharnierklappen zu versehen, damit ein Ausgleich des evtl. eintretenden Überdruckes selbsttätig erfolgt.”

Dies kann nur bedeuten, dass die Wagen bisher nicht mit solchen Schlitzen versehen waren. Doch pumpt man Abgase in einen geschlossenen Kastenaufbau, setzt der Motor entweder bald aus, oder der Kastenaufbau hält dem Druck nicht stand und bricht auseinander. In beiden Fällen hätte man in diesen Wagen nicht einmal 97 Menschen vergasen können, geschweige denn 97.000.

Nicht minder lächerlich ist das zweite “Beweisstück”, ein Brief, den ein SS-Untersturmführer Becker im Mai 1942 an Obersturmbannführer Walter Rauff, den Leiter der Abteilung II D (technische Fragen) im RSHA geschrieben haben soll.[9] Gleich zu Beginn wird dort erwähnt, dass die Gaswagen nur bei trockenem Wetter fahren können und bei Regen sofort ausfallen. (Die Deutschen haben also die einzigen Automobile der Geschichte, die bei Regen nicht einsatzfähig waren, ausgerechnet an die Ostfront geschickt!) Des Weiteren schildert der Verfasser des Briefes, wie er andere Deutsche bestechen musste, um die benötigten Ersatzteile für diese Wagen zu bekommen! Dass in dem Schreiben ausdrücklich vom “Vergasen” die Rede ist, steht übrigens in krassem Widerspruch zur These, dass sich die SS in Dokumenten über die Judenvernichtung stets einer Tarnsprache bedient habe.

Mit den Gaswagen verabschiedet sich auch das “Vernichtungslager Chelmno”, in dem die Tötungen ausschließlich in solchen Fahrzeugen erfolgt sein sollen, aus der realen Geschichte. Über dieses Lager hat Carlo Mattogno eine Studie verfasst, die zur Zeit nur auf Italienisch und Englisch vorliegt.[10] Unter anderem wird dort auf archäologische Untersuchungen hingewiesen, die 1986 und 1987 auf dem ehemaligen Lagergelände durchgeführt wurden, deren Ergebnisse jedoch nicht publik gemacht wurden, weil sie das Bild vom “Vernichtungslager” in keiner Hinsicht stützten. Des Weiteren liefert Mattogno den Beweis dafür, dass auch Chelmno wie die Lager der “Aktion Reinhardt” als Durchgangslager diente.

 

[1]     G. Morsch, B. Perz (Hg.), aaO. (Anm. 3), S. 9.

[2]     Ebenda, S. 24 (Fußnote 4).

[3]     Ebenda, S. 183.

[4]     Ingrid Weckert, “Die Gaswagen. Eine kritische Würdigung der Beweislage”, in E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 212).

[5]     Pierre Marais, Les camions à gas en question, Paris 1994.

[6]     Santiago Alvarez, The Gas Vans, Washington, DC, 2011.

[7]     Gerald Fleming lichtet in seinem Buch Hitler und die Endlösung (Wiesbaden/München 1982) das Bild eines angeblichen Gaswagens ab. Doch hat der (antirevisionistische) Forscher Jerzy Halberstadt darauf hingewiesen, dass das betreffende Fahrzeug Ende 1945 auf einem Fabrikgelände in der Stadt Kolo vorgefunden und von einer polnischen Untersuchungskommission als Möbelwagen identifiziert worden war. http://dss.ucsd.edu/-lzamosc/chelm00htm.

[8]     Bundesarchiv Koblenz, R 58/871.

[9]     PS-501.

[10]    C. Mattogno, Il campo di Chelmno fra storia e propaganda, Genua 2010; ders., The Che┼émno Camp in History and Propaganda, Washington, DC, 2011.