14. Die Judenerschießungen an der Ostfront

14.1. Die Einsatzgruppen

Nach dem Beginn des Ostfeldzugs wurden vier Einsatzgruppen gebildet, deren Hauptaufgabe in der Bekämpfung der hinter der Front operierenden Partisanen bestand. Folgen wir der Enzyklopädie des Holocaust, so töteten die Einsatzgruppen in den besetzten sowjetischen Territorien allein bis zum Frühling 1943 1,25 Millionen Juden.[1] Eine noch weit höhere Zahl – 2,2 Millionen – nennen Krausnick und Wilhelm in einem als Standardwerk zu diesem Thema geltenden Buch.[2] Neben den Einsatzgruppen sollen auch die Wehrmacht, die SS, die Polizeieinheiten sowie die mit den Deutschen verbündeten Rumänen an der Ostfront viele hunderttausend Juden umgebracht haben, so dass die Gesamtzahl der sowjetjüdischen Opfer nach der orthodoxen Geschichtsversion zwischen knapp zwei und knapp drei Millionen liegt.

Zum Beweis für diesen behaupteten gigantischen Massenmord verweisen die Holocaust-Historiker auf die sogenannten “Ereignismeldungen UdSSR”, welche die Einsatzgruppen dem RSHA in Berlin zustellten und in denen zahlreiche Massaker mit manchmal fünfstelligen Opferzahlen geschildert werden. Die Berichte umfassen insgesamt 2.900 maschinengeschriebene Seiten; jeder davon wurde in einer Mindestauflage von 30 Exemplaren verbreitet.[3] Dass die Deutschen dermaßen belastende Dokumente massiv verbreitet haben sollen, verwundert in höchstem Grade.

14.2. Babi Jar

In den Ereignismeldungen wird auch die Liquidierung von 33.711 Juden bei Kiew erwähnt.[4] In Babi Jar unweit der ukrainischen Hauptstadt sollen die Deutschen am 29. September 1941 zur Vergeltung für Sprengstoffanschläge der Widerstandsbewegung alle in der Stadt verbliebenen Juden umgebracht haben. Von den Zeugen wurden folgende Tötungsmethoden genannt: Erschießen mit Gewehren, Erschießen mit Maschinengewehren, Erstechen mit Bajonetten, Begraben bei lebendigem Leib, Injektionen, Minen, Handgranaten, Felsbrocken, Gaswagen, Zerquetschen mit Panzern, Ertränken im Dnjepr. Die Zahl der Opfer belief sich nach den Zeugenaussagen auf bis zu 300.000.[5] Im September 1943, als die Rote Armee bedrohlich nahe an Kiew herangerückt war, sollen die Leichen ausgegraben und spurlos verbrannt worden sein. Am 28. September soll diese Arbeit abgeschlossen gewesen sein. Doch zwei Tage zuvor wurde Babi Jar von der Luftwaffe fotografiert. Das betreffende Bild lässt nichts von dem erkennen, was die Zeugen gesehen haben wollen – keine Gräber, keine Scheiterhaufen, keine Menschenansammlungen, keine Fahrzeuge.[6]

Somit ist das Massaker von Babi Jar – zumindest in den behaupteten Dimensionen – als Schwindel entlarvt. Kein anderer den Deutschen vorgeworfene Massenmord an der Ostfront soll so viele Opfer gefordert haben; kein anderer wurde propagandistisch so massiv ausgeschlachtet. Unter diesen Umständen sind die gesamten Einsatzgruppenberichte von Anfang an suspekt.

14.3. Das Fehlen materieller Spuren

Ein zwingendes Argument gegen den behaupteten Umfang der Judenerschießungen im Osten ist vor allem das Fehlen materieller Spuren. Nachdem die Deutschen in Katyn die Leichen von 4.143 von den Sowjets erschossenen polnischen Offizieren gefunden hatten, beriefen sie eine internationale Kommission ein und erstellten eine ausführliche Dokumentation.[7] Dasselbe taten sie, nachdem sie im ukrainischen Winnitza die sterblichen Überreste von 9.432 Ukrainern entdeckt hatten, die vor dem Krieg vom NKWD ermordet worden waren.[8] Berichte über entsprechend große Massengräber mit Opfern der Deutschen wurden von den Sowjets niemals vorgelegt, obwohl sie durchaus Ausgrabungen durchführten und forensische Gutachten erstellten. Im Konzentrationslager Salaspils bei Riga wurden beispielsweise 574 Leichen exhumiert,[9] was die Sowjetpropagandisten allerdings nicht daran hinderte, zu behaupten, dort seien 101.000 Menschen ermordet worden.[10] Heutige Salaspils-Spezialisten wie der Lette Hinrihs Strods und die Deutschen A. Angrick und P. Klein geben die Zahl der im Lager Umgekommenen mit 2.000 bis 3.000 an.[11] Falls dies stimmt, hatten die Sowjets die Opferzahl um das dreiunddreißig- bis fünfzigfache übertrieben!

14.4. Die mythische “Aktion 1005”

Das Fehlen riesiger Massengräber mit den Leichen ermordeter Juden erklären die orthodoxen Holocaust-Historiker damit, dass Himmler dem SS-Standartenführer Paul Blobel den Auftrag erteilt habe, sämtliche Massengräber im Osten zu öffnen und die Leichen zu verbrennen. Diese Operation soll den Namen “Aktion 1005” getragen haben.[12] In der Tat hat Blobel in amerikanischer Gefangenschaft zwei entsprechende Geständnisse abgelegt.[13] Mit welchen Mitteln solche Geständnisse erzwungen wurden, haben wir bereits gesehen (siehe Kapitel 7.2.).

In der Enzyklopädie des Holocaust[14] findet sich eine Karte des Gebietes, auf dem sich die “Aktion 1005” zugetragen haben soll. Es misst in West-Ost-Richtung 1.300 km und in Nord-Süd-Richtung 1.500 km! Auf diesem gigantischen Territorium sollen Blobel und seine Männer also unzählige Massengräber geöffnet und die Leichen von knapp zwei bis knapp drei Millionen Juden beseitigt haben – und dies binnen kurzer Zeit und ohne dokumentarische oder materielle Spuren zu hinterlassen! Man muss schon ein orthodoxer Holocaust-Historiker sein, um diesen Unsinn zu glauben. Selbst wenn den Blobel-Leuten ein solches Kunststück gelungen wäre, hätten die Sowjets die ehemaligen Massengräber ohne weiteres anhand von Luftaufnahmen lokalisieren können, und an den Tatorten hätten sie Myriaden von Knochenresten sowie gewaltige Mengen von Holz- und Verbrennungsasche vorgefunden – ganz abgesehen von den abgeholzten Waldflächen in der Nähe der Gräber. Dass die ganze Geschichte von der “Aktion 1005” ausschließlich auf “Augenzeugenberichten” und “Tätergeständnisse” sowie auf Gerichtsakten fußt, bei denen solche Zeugenaussagen und Geständnisse das einzige Beweismaterial bildeten, geht aus dem anno 2008 erschienenen Buch eines Jens Hoffmann eindeutig hervor.[15]

14.5. Greise und Kinder in den Ghettos der besetzten Ostgebiete

Mangels beweiskräftiger Dokumente enthalten wir uns jeglicher Spekulationen über die Zahl der an der Ostfront erschossenen Juden und begnügen uns damit, anhand einiger Beispiele nachzuweisen, dass die Deutschen auch dort keine Politik der systematischen Judenvernichtung betrieben haben:

  • Am 5. Juni 1942 lebten im Ghetto von Brest (Weißrussland) ungefähr 9.000 Juden, darunter 932 Menschen von über 65 Jahren (der älteste war 92 Jahre alt) sowie mehr als 500 Kinder von unter 16 Jahren.[16]
  • In einem unbekannten Monat des Jahres 1943 hielten sich im Ghetto von Minsk (Weißrussland) 225 Kinder von unter 16 Jahren sowie einige Menschen von bis zu 86 Jahren auf.[17]
  • Ende Mai 1942 lebten im Ghetto von Wilna (Litauen) viele alte Menschen, darunter die 1852 geborene Chana Stamleriene, ferner 3.693 Kinder von unter 16 Jahren.[18] Laut einer Holocaust-Anthologie wurden “im ersten Jahr der Existenz des Ghettos über 20 Schulen gegründet. Im Oktober 1942 gingen zwischen 1.500 und 1.800 Kinder an diese Schulen, und im April 1943 wurde der Unterricht obligatorisch”.[19]
  • Im Sommer und Herbst 1944 wurden zahlreiche Juden aus Lettland und Litauen ins KL Stutthof östlich von Danzig überstellt.[20] Am 26. Juli 1944 trafen 1.983 meist litauische Juden in Stutthof ein. 850 von ihnen zählten weniger als 15 Jahre,[21] was bedeutet, dass die ältesten von ihnen 12 Jahre alt gewesen waren, als die Deutschen Litauen im Sommer 1941 eroberten.
 

[1]     E. Jäckel u.a. (Hg.) aaO. (Anm. 230), S. 397.

[2]     H. Krausnick, H. H. Wilhelm, Die Truppe des Weltanschauungskrieges, Stuttgart 1981, S. 621.

[3]     Ebenda, S. 655.

[4]     Ereignismeldung 106 vom 7. Oktober 1941. Nürnberger Dokument R-102.

[5]     Herbert Tiedemann, “Babi Jar. Kritische Fragen und Anmerkungen”, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 212), S. 375-399.

[6]     John Ball, “Luftbildbeweise”, in: E. Gauss (Hg.), aaO. (Anm. 212), S. 238f.

[7]     Auswärtiges Amt, Amtliches Material zum Massenmord von Katyn, Berlin 1943.

[8]     Auswärtiges Amt, Amtliches Material zum Massenmord von Winnitza, Berlin 1944.

[9]     Gosudarstvenny Arkhiv Rossiskoj Federatsii, Moskau, 7021-93-21, S. 15-18.

[10]    Wikipedia-Eintrag zu “Salaspils”, russische Fassung.

[11]    Wikipedia-Eintrag zu “Salaspils”, deutsche Fassung.

[12]    Siehe hierzu C. Mattogno, J. Graf, aaO. (Anm. 158), Kapitel VII, 4.

[13]    NO-3842. NO-3947.

[14]    E. Jäckel u.a. (Hg.) aaO. (Anm. 230), S. 10.

[15]    Jens Hoffmann, “Das kann man nicht erzählen.” ‘Aktion 1005.’ Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten, Hamburg 2008.

[16]    Raisa Tschernoglasova, Трагедия евреев Белоруси в 1941-1944 годах (Die Tragödie der Juden Weißrusslands in den Jahren 1941-1944); Minsk 1997, S. 274f.

[17]    Judenfrei! Свободно от евреев, Minsk 1999, S. 289ff.

[18]    Vilnius Ghetto. List of prisoners, Band 1, Vilnius 1996.

[19]    J. Glatstein, I. Knox, S. Marghoses (Hg)., Anthology of Holocaust Literature, New York 1968, S. 90ff.

[20]    Siehe hierzu Jürgen Graf, Carlo Mattogno, Das Konzentrationslager Stutthof und seine Funktion in der nationalsozialistischen Judenpolitik, Hastings 1999.

[21]    Archiwum Muzeum Stutthof, I-IIC-3.