Zyklon B - eine Ergänzung
Published: 1997-04-01

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Zyklon B ist der Schreckensbegriff, in dem sich alle über die Zeit des Nationalsozialismus berichteten Greuel symbolisch zusammenfassen lassen. Zyklon B ist für den Großteil der heutigen Menschheit der Inbegriff des industriellen Massenmordes. Über diesen soll hier allerdings nicht diskutiert werden. Es sollen vielmehr nach einer kurzen Darstellung der Entstehungs- und regulären Verwendungsgeschichte auf einige physikalische und chemische Eigenschaften dieses Produktes eingegangen werden.

Zyklon B-Dosen nach G. Peters

Zyklondosen verschiedenen Inhaltes, nach: G. Peters, Blausäure zur Schädlingsbekämpfung, F. Enke, Stuttgart, 1933, S. 80. (zur Vollbildgröße (223 KB) anklicken)

Bereits im Ersten Weltkrieg wurde Blausäure (HCN) vereinzelt an der Front als Kampfgas verwendet.[1] Wie alle Kampfgase, so entstand auch dieses unter der Leitung von Fritz Haber, einem – Ironie des Schicksals – getauften Juden. Er war es auch, der nach dem verlorenen Krieg die Bekämpfung von Schädlingen (Läuse, Wanzen, Käfer, Nager u.a.) zum Hauptanwendungsgebiet von Giftgasen machte. Das seit längerem in den USA angewandte Blausäurebegasungsverfahren führte er in Deutschland ein. Er ersetzte dabei das riskante US-Verfahren – bei dem jemand im sogenannten "Bottich-Verfahren" ein Cyanidsalz in eine Säurevorlage schüttete, um dann sofort das Weite zu suchen – durch ein sichereres Verfahren, bei dem wasserfreie Blausäure, versetzt mit einem Stabilisator und einem tränenreizenden Warnstoff, auf einem porösen Trägermaterial aufgebracht und luftdicht in einer Dose verpackt wird. [2] Beim Öffnen der Dose verflüchtigt sich diese adsorbierte Blausäure mehr oder weniger langsam von dem Träger. Fritz Haber gründete bereits im Frühjahr 1917 den Technischen Ausschuß Schädlingsbekämpfung, aus dem später die in Frankfurt ansässige Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (DEGESCH) hervorging, der späteren Hauptproduzentin von Zyklon B, die das Mittel dann auch an die SS lieferte. [3]

Daß sich hinter diesen Lieferungen jedoch nichts Kriminelles verbergen muß, hat sowohl die Justiz als auch die Wissenschaft inzwischen anerkannt. So sprach z.B. die bundesdeutsche Justiz den damaligen Hauptverantwortlichen für Erzeugung und Vertrieb des Zyklon B, Dr. Gerhard Peters, sowie alle anderen in diesem Zusammenhang Angeklagten frei, da ihnen nicht nachzuweisen war, daß sie vom Mißbrauch ihres Produktes Kenntnis gehabt haben müssen. [4] Dieses Urteil beruht auf der Feststellung von Justiz und Wissenschaft, daß die DEGESCH im Zweiten Weltkrieg neben Privatkunden auch viele offizielle Stellen des Dritten Reiches und seiner verbündeten Staaten gleich tonnenweise mit Zyklon B versorgte: Die Zivilverwaltungen, die verschiedenen Streitkräfte, die Waffen-SS sowie die einfache SS erhielten das Präparat an alle Stellen Europas geliefert. Unumstritten ist, daß z.B. das Lager Auschwitz, gemessen an seiner Häftlingszahl, nicht mehr Zyklon B erhielt als andere Konzentrations- oder Kriegsgefangenenlager, in denen anerkanntermaßen kein Massenmord mit Zyklon B vorkam, wie etwa Buchenwald oder Bergen-Belsen. So legten die Alliierten zum Beispiel während des IMT in Nürnberg aus einem Akt Dokumente vor, die die Lieferung beträchtlicher Mengen Zyklon B nach Auschwitz beweisen. Sie verschwiegen jedoch, daß der gleiche Akt auch Dokumente mit ähnlichen Lieferungen an das KZ Oranienburg nördlich Berlin enthielt, von dem noch niemand behauptet hat, dort habe es Menschengaskammern gegeben.[5]

Der international in hohem Ansehen stehende Forscher Jean-Claude Pressac hat denn auch in Übereinstimmung mit der herrschenden Meinung festgestellt, daß etwa 95-98% der nach Auschwitz gelieferten Zyklon B-Mengen für nichts anderes verwendet wurden, als für den ursprünglich vorgesehenen Zweck: Zur Vernichtung von Schädlingen wie Läuse und Wanzen aus hygienischen Gründen. [6] Mit anderen Worten: Die angeblich für den Massenmord verwendete Menge Zyklon B ist statistisch nicht nachweisbar und somit schlicht und einfach ohne Beweis behauptet worden.

Die häufige Fehlinterpretation des Faktums Zyklon B-Massenlieferungen nach Auschwitz als Beweis für den Massenmord liegt daran, daß der Unkundige durch die etablierten Darstellungen nicht über die zentrale Rolle des Zyklon B bei der Schädlingsbekämpfung in Europa bis Ende des Zweiten Weltkrieges aufgeklärt wird, und daß ihm auch verschwiegen wird, wie verzweifelt Wehrmacht, Waffen-SS und SS in der kämpfenden Truppe, in Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagern gegen Seuchen wie Typhus oder Fleckfieber anzukämpfen versuchten. Da diese Seuchen vor allem von der Laus übertragen werden, war die Tötung der Laus erstes Ziel aller Hygienemaßnahmen in den verschiedensten Lagern. Das effektivste Mittel dafür aber war damals Zyklon B. Somit war der Hauptzweck dieses Mittels nicht etwa die Massentötung, sondern die Verhinderung des Massensterbens. Das Produkt hat also ganz zu Unrecht dieses schreckliche Image. Über die nicht zu unterschätzende Wichtigkeit des Zyklon B für die gesamte Hygiene und Gesundheitsvorsorge besonders der Achsenmächte hat F.P. Berg ausführlich berichtet.[7] Die Literatur aus der damaligen Zeit, die die Wichtigkeit von Zyklon B beschreibt, ist umfangreich, wird aber bei der gängigen Darstellung der damaligen Zeit grundsätzlich übergangen.[8] Auch nach dem Kriege spielte Zyklon B noch eine Zeit lang eine bedeutende Rolle, bevor es vom DDT und dessen Nachfolgern verdrängt wurde. [9]

Verdampfung von Zyklon B, Degesch

Grafik 1: Verdampfungsgeschwindigkeit von Blausäure vom Trägermaterial Erco (Gips mit Stärkeanteil) bei 15°C und feiner Verteilung, nach R. Irmscher/DEGESCH 1942.[12]

Verdampfung von Zyklon B, Detia

Grafik 2: Verdampfungsgeschwindigkeit von Blausäure vom Trägermaterial bei mehr als 20°C und feiner Verteilung des Präparates, nach Detia Freyberg GmbH 1991.[16]

Zyklon B gibt bzw. gab es zeitweise mit drei verschiedenen Trägermaterialien: Kieselgur in gekörnter Form, Korndurchmesser kleiner als 1 cm (Diagrieß), einem in körniger oder würfelartiger Form lieferbaren Trägermaterial aus Gips (Erco) oder Pappscheiben aus porösem Fasermaterial (Discoids), ähnlich Bierdeckeln mit Lochung in der Mitte.

Zu Beginn der Entwicklung von Zyklon B bestand das Trägermaterial nur aus Diagrieß. [10] Ende der zwanziger Jahre ließ die DEGESCH durch die Chemisch-Technische Reichsanstalt untersuchen, ob sich das Diagrieß als Trägermaterial durch Gips ablösen ließ. [11] Die Untersuchungen zeigten Vorteile von Gips gegenüber Diagrieß, so daß zu vermuten ist, daß in den nachfolgenden Jahren das Diagrieß Stück für Stück durch gipshaltige Träger ersetzt wurde. Weitere interessante Berichte zu diesem Thema können in den Jahrgängen 1931-1944 der Reichsanstalt vermutet werden, die jedoch in Deutschland nicht zu finden sind. Möglicherweise wurden diese Unterlagen nach dem Kriege in ein alliiertes Archiv gebracht. R. Irmscher von der DEGESCH berichtet in einem Beitrag des Jahres 1942, daß zu jener Zeit die Verwendung von Pappscheiben (Discoids) und Gips (Erco) als Trägermaterial meistüblich war. [12] Der Direktor der DEGESCH Dr. G. Peters berichtete nach Kriegsende, daß das in den Dessauer Zuckerwerken produzierte Zyklon B auf einem stärkehaltigen Gipsträger aufgebracht worden sei. [13] Aus einem anderen Zusammenhang ist ersichtlich, daß später das papierartige Trägermaterial bevorzugt wurde. [14]

In dem für viele zeitgeschichtlich Interessierte wichtigen Zeitraum der Jahre 1942 bis 1944 wird somit mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr das in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren verwendete Diagrieß-, sondern das zu dieser Zeit bevorzugt verwendete Erco-Produkt eingesetzt worden sein. [15] Beim heutigen Produkt, dessen Namen vor einigen Jahren in »Cyanosil(r)« umgeändert wurde, entfällt ungefähr 60% der Masse des Produktes auf die Trägermasse, was in ähnlicher Größenordnung auch für das damalige Produkt angenommen werden kann. [16]

Die Verdunstung des Giftgases HCN (Blausäure) vom Träger erfolgt je nach Trägermaterial recht unterschiedlich. Mitte der zwanziger Jahre bestand das Trägermaterial von Zyklon B fast komplett aus Kieselgur, das der Patentanmeldung zur Folge die Blausäure innerhalb von zehn Minuten fast ganz abgab.[10] G. Peters gab Anfang der dreißiger Jahre für eine Freisetzung des größten Teils der adsorbierten Blausäure eine halbe Stunde an, bei einer Verteilung des Präparates von 0,5 bis 1 cm Schichtdicke, [17] wobei nicht klar ist, aus welchem Material genau der Träger besteht.

Größere Abdampfzeiten als die 1933 von Peters genannten wurden offensichtlich in den Jahren danach erreicht, wahrscheinlich durch beständige Erhöhung des Gipsanteiles am Trägermaterial zur Erhöhung der Lagerstabilität (und – nebenbei bemerkt – auch zur Preissenkung des Trägermaterials), da das Hydratwasser des Gipses die Blausäure fester bindet als das Diagrieß-Produkt. Für das Erco-Produkt des Jahres 1942 gibt R. Irmscher für 15°C und niedrige Luftfeuchtigkeit eine Verdampfungsgraphik an, die in Grafik 1 wiedergegeben ist. Bei hohen Luftfeuchtigkeiten kann sich diese Verdunstung erheblich verzögern, da die verdunstende Blausäure der Umgebungsluft erhebliche Mengen Wärme entzieht und somit Luftfeuchtigkeit am Träger auskondensiert, die wiederum die Blausäure bindet.[12]

Ähnliche, allerdings etwas ungenauere Informationen kann man über heutige Produkte erhalten. Nach Informationen der Linzer Schädlingsbekämpfungsfirma ARED dauert die Abgabe der von ihr verwendeten, auf Pappscheiben adsorbierten Blausäure je nach Temperatur zwischen 1 bis 6 Stunden. [18] Eine andere Information stammt von der Detia Freyberg GmbH, einer Nachfolgegesellschaft der DEGESCH, die bis Kriegsende der Hauptlieferant für Blausäure-Produkte war.[16] Da die Gasfreisetzung von Temperatur und Luftbewegung abhängig ist, gibt die Detia Freyberg GmbH nur eine Faustregel an. Danach gibt der nicht näher spezifizierte Träger bei einer Temperatur von mehr als 20°C und gleichmäßiger Verteilung des Präparates innerhalb von 120 min. 80 bis 90% der Blausäure ab. Nach 48 Stunden sind im Träger keine oder nur vernachlässigbare Blausäurereste nachzuweisen. Bei niedrigeren Temperaturen soll sich dieser Vorgang entsprechend dem fallenden Dampfdruck von Blausäure verlangsamen. [19] Aus diesen Angaben wurde unter Annahme einer exponentiellen Abnahme der Blausäure im Träger die in Grafik 2 wiedergegebene Charakteristik abgeleitet. Danach ist mit 50% Blausäure-Abgabe nach 40 bis 45 Minuten zu rechnen (120/3 min).

Zyklon B-Dosen von Kolin

[Links:] Zyklondosen der Firma Kaliwerke A.G. Kolin (nach Joseph Borkin, Anm. [15]).

ZyklonB nach Spiegel

[Rechts:] offenbar ein retuschiertes oder komplett gefälschtes Bild von Zyklondosen, denn derartige Etiketten gab es meines Wissens nie (nach: Der Spiegel, Nr. 49/1993, S. 63).

Aus diesen Informationen läßt sich zunächst ableiten, daß sich in den Jahrzehnten seit Erfindung des Zyklon B eine Entwicklung hin zu längeren Abdampfzeiten abzeichnet (1925: 10 min.; 1933: 30 min; 1942: 120 min; 1993: >120 min). Diese Verlängerung der Abdampfzeit, einhergehend mit einer stabileren Bindung des Blausäure an den Träger, war abgesehen zur Erreichung langer Lagerzeiten des Zyklon B offenbar auch deshalb erwünscht, da bei Raumbegasungen das Personal, mit Gasmasken ausgestattet, das Präparat in den Räumen verteilen mußte. Da ein Schutzfilter ab einer bestimmten Konzentration unsicher wird[20] und auch eine Vergiftung durch die Haut erfolgen kann, ist die langsame Freisetzung des Gases Voraussetzung für den sicheren Rückzug des Personals nach Auslegung des Präparates.

Für das im Zeitraum zwischen 1942 und 1944 wahrscheinlich eingesetzte Zyklon B-Präparat kann man daher davon ausgehen, daß bei 15°C und niedriger Luftfeuchtigkeit während der ersten fünf Minuten der Präparatauslegung etwa 10% der Blausäure den Trägerstoff verlassen haben und nach einer halben Stunde etwa 50%. Bei kühlen Kellerräumen, wie etwa den angeblich in Auschwitz-Birkenau als Menschengaskammern eingesetzten Leichenkellern der Krematorien II und III, mit naturgemäß hoher Luftfeuchtigkeit würde sich die Verdampfungszeit entsprechend erhöht haben.

Über die Konsequenzen dieser recht langsamen Abgabe des Giftgases bezüglich der Glaubwürdigkeit zeitgeschichtlicher Behauptungen hat G. Rudolf bereits ausführlich berichtet.[17] Im nachfolgenden Beitrag werden diese Feststellungen von Conrad Grieb noch untermauert.

Neben dem Trägermaterial hat sich in den späteren Kriegsjahren offenbar auch die Zusammensetzung der Wirksubstanzen etwas geändert. So wissen wir, daß ab etwa 1943 bis 1944 Zyklon B auch ohne Warnstoff produziert und z.B. in größeren Mengen nach Auschwitz geliefert wurde. Berühmt sind hier die vor dem IMT vorgelegten Rechnungen der DEGESCH vom 14.2.1944 an den SS-Obersturmführer Kurt Gerstein:[5]

»Wir sandten heute mit der Bahn ab Dessau […] an das Konzentrationslager A U S C H W I T Z , Abt. Entwesung und Entseuchung, Station: A U S C H W I T Z, als Eilgut folgende Sendung: Z Y K L O N B Blausäure ohne Reizstoff = 13 Kisten, enthaltend […] = 195 kg CN […] Die Etiketten tragen den Vermerk "Vorsicht, ohne Warnstoff"«

Die häufige Interpretation dieses Faktums als Beweis dafür, daß es angeblich für den Massenmord vorgesehen worden sei, [21] ist allerdings nicht nachvollziehbar, da nicht einzusehen ist, warum man für einen Massenmord ein spezielles Produkt hätte herstellen sollen. Vielmehr wird man davon ausgehen dürfen, daß durch die alliierten Luftangriffe auf die deutschen Ballungsgebiete auch die chemische Industrie stark beschädigt wurde, so daß eine zuverlässige Belieferung der Zyklon B-Produzenten mit diesem Warnstoff nicht mehr möglich war. Der für Auschwitz zuständige Zyklon B-Produzent hingegen, die südlich Magdeburgs gelegene Dessauer Zuckerraffinerie (Blausäure wurde aus den Rückständen der Zuckerraffination gewonnen), wurden von den Luftangriffen nie in Mitleidenschaft gezogen. Es ist daher nur logisch, daß man in späteren Kriegsjahren auf den Warnstoff zum Teil verzichtet hat, um dennoch den ständig steigenden Bedarf an Blausäure zur Seuchenbekämpfung zu decken. Dies vor allem auch in Anbetracht der Tatsache, daß der Warnstoff für die Funktionalität des Produkts im Prinzip überflüssig ist und nur aus Sicherheitserwägungen hinzugefügt wird.

Es sei darauf hingewiesen, daß mit Erlaß vom 3.4.1941, also viele Monate vor dem angeblichen, dokumentarisch nicht gesicherten Beschluß zur "Endlösung der Judenfrage" [22] und vor dem behaupteten Erwägen der Anwendung von Zyklon B für den Massenmord, [23] die Waffen-SS von der Pflicht zur Einhaltung der Reichsvorschriften und Ausführungsbestimmungen bezüglich Schädlingsbekämpfung mit hochgiftigen Gasen befreit wurde. [24] Diese Befreiung läßt sich also nicht damit erklären, daß damit der Massenmord erleichtert und verwaltungsmäßig ermöglicht werden sollte, denn solche Pläne gab es damals nicht. Dieser Erlaß erging wahrscheinlich, um die Waffen-SS in die Lage zu versetzen, unter Umgehung möglicherweise hinderlicher Vorschriften Schädlinge und die damit auftretenden Seuchen bekämpfen zu können. Dies geschah womöglich mit Hinblick auf den bereits geplanten Rußlandfeldzug, da man aus Erfahrungen des 1. Weltkriegs wußte, daß Seuchen im Osten oft gefährlicher waren als der Feind.


Anmerkungen

[1]Über die toxikologische Wirkung auf den Menschen vgl. den Beitrag von C. Grieb in diesem Heft.
[2]Der Vorläufer des Zyklon B, Zyklon A, bestand aus einem flüssigen Gemisch von Cyankohlensäureester und Chlorkohlensäureester mit Reizstoffen; vgl. K. Naumann, »Die Blausäurevergiftung bei der Schädlingsbekämpfung«, Zeitschrift für hygienische Zoologie und Schädlingsbekämpfung, 1941, 33. Jg., S. 37.
[3]Zum Wirken F. Habers vgl. A.-H. Frucht, J. Zepelin, »Die Tragik der verschmähten Liebe«, in: E.P. Fischer, Neue Horizonte 94/95. Ein Forum der Naturwissenschaft, Piper. München 1995, S. 63-111.
[4]Degussa AG (Hg.), Im Zeichen von Sonne und Mond, Degussa AG, Frankfurt/Main 1993, S. 148; die Wilhelmshavener Zeitung, 2.10.1987, vermerkt dies mit einem Tonfall der Erschütterung, die nur auf Unkenntnis beruhen kann.
[5]IMT Dokument 1553-PS; vgl. David Irving, Nuremberg. The Last Battle, Focal Point, London 1996, S. 151 und Dokumenten-S. 12.
[6]J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gaschambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989, S. 15 und 188.
[7]F.P. Berg, »Typhus and the Jews«, Journal of Historical Review, Winter 88/89, 8(4), S. 433-481; ders. »The German Delousing Chambers«, ebenda, Spring 1986, 7(1), S. 73-94.
[8]Da hier unmöglich die ganze Literatur zitiert werden kann, sondern nur ein Ausschnitt interessanter Themen, sei auf die darin angeführte weiterführende Literatur verwiesen: O. von Schjerning, Handbuch der Ärztlichen Erfahrungen im Weltkrieg 1914/1918, Band VII Hygiene, J. A. Barth Verlag, Leipzig 1922, besonders S. 266ff: Sanierungsanstalten an der Reichsgrenze; O. Hecht, »Blausäuredurchgasungen zur Schädlingsbekämpfung«, Die Naturwissenschaften, 1928, 16 (2), S. 17-23; G. Peters, Blausäure zur Schädlingsbekämpfung, Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1933; ders., W. Ganter, »Zur Frage der Abtötung des Kornkäfers mit Blausäure«, Zeitschrift für angewandte Entomologie, 1935, 21 (4), S. 547-559; W. Scholles, »Die Bekämpfung der Blutlaus durch Blausäure«, Der Obst- und Gemüsebau, 1936, S. 3ff.; K. Peter, »Der Hafengesundheitsdienst in Hamburg«, Reichsgesundheitsblatt, 1936, S. 430-434 (Zyklon B-Durchgasungen von Schiffen); G. Peters, »Ein neues Verfahren zur Kammerdurchgasung«, Zeitschrift für hygienische Zoologie und Schädlingsbekämpfung, 1936, 28. Jg., S. 106-112 (Vorstellung des neuen Kreislaufverfahrens); ders., »Durchgasung von Eisenbahnwagen mit Blausäure«, Anzeiger für Schädlingskunde, 13 (1937), S. 35-41; ders., »Entlausung mit Blausäure«, ebenda, 1939, 31. Jg., S. 317-325 (interessant darin: Möbelwagen als provisorische Entlausungsfahrzeuge; Zeugen berichten bisweilen von Möbelwagen als mobile Menschengaskammern, vgl. I. Weckert, in: E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 210); R. Wohlrab, »Flecktyphusbekämpfung im Generalgouvernement«, Münchner Medizinische Wochenschrift, 1942, 89 (22), S. 483-488; G. Peters, Die hochwirksamen Gase und Dämpfe in der Schädlingsbekämpfung, F. Enke Verlag, Stuttgart 1942; DEGESCH, Acht Vorträge aus dem Arbeitsgebiet der DEGESCH, 1942; F. Puntigam, H. Breymesser, E. Bernfus, Blausäuregaskammern zur Fleckfieberabwehr, Sonderveröffentlichung des Reichsarbeitsblattes, Berlin 1943; F.E. Haag, Lagerhygiene, Taschenbuch des Truppenarztes, Band VI, F. Lehmanns Verlag, München 1943; W. Dötzer, »Entkeimung, Entwesung und Entseuchung«, in: J. Mrugowsky (Hg.), Arbeitsanweisungen für Klinik und Laboratorium des Hygiene-Institutes der Waffen-SS, Heft 3, Urban & Schwarzenberg, Berlin 1944; F. Puntigam, »Die Durchgangslager der Arbeitseinsatzverwaltung als Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge«, Gesundheitsingenieur, 1944, 67 (2), S. 47-56; W. Hagen, »Krieg, Hunger und Pestilenz in Warschau 1939-1943«, Gesundheitswesen und Desinfektion, 1973, 65 (8), S. 115-127; ebenda, 1973, 65 (9), S. 129-143; Dokument NI-9098 im Nürnberger Prozeß, Eigenschaftstabelle der von der DEGESCH verwendeten gasförmigen Insektizide/Rottizide;
[9]H. Kruse, Leitfaden für die Ausbildung in der Desinfektion und Schädlingsbekämpfung, Muster-Schmidt, Göttingen 1948; H. Kliewe, Leitfaden der Entseuchung und Entwesung, F. Enke Verlag, Stuttgart 1951.
[10]Patentschrift Nr. 438818 (D 41941 IV/451, 27.12.1926), dankenswerterweise von C. Mattogno zur Verfügung gestellt. Danach gab damals das Präparat innerhalb von 10 Minuten praktisch alle Blausäure ab.
[11]Jahresbericht VIII der Chemisch-Technischen Reichsanstalt, Verlag Chemie, Berlin 1930, S. 77f.
[12]R. Irmscher, »Nochmals: "Die Einsatzfähigkeit der Blausäure bei tiefen Temperaturen"«, Zeitschrift für hygienische Zoologie und Schädlingsbekämpfung, 1942, 34. Jg., S. 36.
[13]F.I.A.T. Final report, Fumigants distributed by DEGESCH, A.G., Weissfrauenstrasse 9, Frankfurt, British Intelligence Objectives Sub-Committee, Her Majesty Stationery Office, London 1.10.1945, S. 1.
[14]B.I.O.S. Final report, The storage of grain in Germany with special reference to the control of insect pests, British Intelligence Objectives Sub-Committee, Her Majesty Stationery Office, London Oct.-Nov. 1945, S. 30.
[15]Siehe Abbildungen in J.-C. Pressac, aaO. (Anm. ) S. 17, aus Produktinformationen der DEGESCH (Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung); vgl. auch G. Peters, Blausäure zur Schädlingsbekämpfung, aaO. (Anm. 8), S. 80; Anzeiger für Schädlingskunde, 13 (1937), S. 36; während die Discoid-Form als solche auf dem Etikett ausgewiesen war, ist auf diesen Abbildungen nicht ersichtlich, ob auch die Erco- und Diagrieß-Form als solche ausgewiesen waren. Bezüglich einer Zyklon B-Dose aus den Werken Kolin vgl. J. Borkin, The Crime and Punishment of I.G. Farben, The Free Press, New York 1978, S. 114.
[16]A. Moog, W. Kapp, Schreiben der Detia Freyberg GmbH an G. Rudolf, Laudenbach 11.9.1991. Nach Aussage der Herren der Firma Detia Freyberg führt diese Gesellschaft die Geschäfte der DEGESCH fort, die nach dem Krieg in amerikanischen Besitz gelangte. Zum Massenanteil des Trägers am Gesamtprodukt: Ferngespräch von G. Rudolf mit W. Kapp vom 10.1.1992. Leider sind alle physikalischen Angaben der Hersteller zum Produkt Zyklon B/Cyanosil merkwürdig unscharf. Der Anteil der Blausäure an der Gesamtmasse des Produkts ist übrigens den Rechnungen der DEGESCH zu entnehmen, vgl. Anm. 5.
[17]G. Peters, Blausäure zur Schädlingsbekämpfung, aaO. (Anm. 8), S. 64f. Dies wurde von G. Rudolf in R. Kammerer, A. Solms, Das Rudolf Gutachten, Cromwell, London 1993, (erhältlich bei VHO, Postbus 46, B-2600 Berchem 1, Belgien) S. 59, irrtümlich falsch zitiert.
[18]Schreiben der ARED GmbH an G. Rudolf, Linz, Az. 1991-12-30/ Mag.AS-hj.
[19]Bei einer Erniedrigung der Temperatur vom Siedepunkt der Blausäure auf 0°C würde sich die Verdampfungsdauer etwa verdreifachen. Die Abdampfung der Blausäure vom Träger auch bei Minustemperaturen wird durch Adsorptionseffekte allerdings weniger verzögert als es für freie Blausäure erwartet würde, vgl. G. Peters, W. Rasch, »Die Einsatzfähigkeit der Blausäure-Durchgasung bei tiefen Temperaturen«, Zeitschrift für hygienische Zoologie und Schädlingsbekämpfung, 1941, 33. Jg., S. 133f.
[20]Vgl.: War Department, Hydrocyanic-Acid-Gas Mask, US Government Printing Office, Washington 1932; War Department, Technical Manual No. 3-205, US Government Printing Office, Washington 1941; Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, Atemschutz-Merkblatt, Carl Heymanns Verlag, Köln 10.1981; R. Queisner, »Erfahrungen mit Filtereinsätzen und Gasmasken für hochgiftige Gase zur Schädlingsbekämpfung«, Zeitschrift für hygienische Zoologie und Schädlingsbekämpfung, 1943, 35. Jg., S. 190-194; DIN 3181 Teil 1, Entwurf, Atemfilter für Atemschutzgeräte. Gas- und Kombinationsfilter der Gasfilter-Typen A,B,E und K. Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung, Beuth Verlag GmbH, Berlin Mai 1987.
[21]So z.B. J. Borkin, aaO (Anm. 15); K. Naumann, aaO. (Anm. 2) berichtet übrigens bereits von Zyklon B-Einsatz ohne Reizstoff im Jahr 1924.
[22]Das erste Datum zu einer solchen Beschlußfassung wird heute frühestens mit dem 31.8.1941 angegeben, vgl. Y. Bauer, Freikauf von Juden?, Jüdischer Verlag, Frankfurt/Main 1996, S. 98.
[23]Die Datierungen der angeblich ersten Versuchsvergasung mit Zyklon B in Auschwitz ist sehr widersprüchlich und schwankt zwischen September 1941 und Frühjahr 1942, vgl. C. Mattogno, Auschwitz. La prima gasazione, Edizioni di Ar, Padua 1992; J.-C. Pressac, Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes, Piper, München 1994.
[24]Runderlaß des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, 3. April 1941, II A3 - 143, in: Zeitschrift für hygienische Zoologie und Schädlingsbekämpfung, 1941, 33. Jg., S. 126.

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Author(s): Wolfgang Lambrecht
Title: Zyklon B - eine Ergänzung
Sources: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 1(1) (1997), pp. 2-5
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Published: 1997-04-01
First posted on CODOH: March 9, 2014, 7 p.m.
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