Genoud, Heim & Picker’s “Table Talk”: A Study in Academic Fraud & Scandal

Published: 2017-08-30

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Article Addendum

Koeppen, Heim & Picker’s “Table Talk”:
Comparative Textual Analysis

Berichte Werner Koeppens

(September 1941 notes of Werner Koeppen)[67]

1) Am 17.9. abends habe ich dem Führer das Heft 1-2 Weltkampfes, die beiden übersetzten Artikel aus der Zeitschrift “Novoje Slowo”, sowie das Heft 3 der “Deutschen Siedlungen” in der Sowjetunion (Ukraine mit Krim) übergeben. Der Führer interessierte sich besonders für das letztere.

2) Am 17.9. nachmittags habe ich Reichsleiter Bormann die Schreiben des Reichsministers über die 7. Kammer, den Fall Frank sowie die Ausarbeitung über Nationalsozialismus und Christentum übergeben. Desgleichen machte ich dem Reichsleiter Mitteilung davon, daβ Dr. Stellrecht zum Nachfolger von Stabsleiter Urban vorgesehen sei, und sich in dieser Eigenschaft in Kürze bei Reichsleiter Bormann melden wolle, und daβ bei dieser Gelegenheit auch seine Umstufung vom Obergebietsführer zum entsprechenden politischen Dienstgrad vorgenommen werden solle. Der Reichsleiter ging, anscheinend erfreut, sehr bereitwillig auf alles ein, und sagte, daβ er Dr. Stellrecht bei seinem nächsten Aufenthalt in Berlin in etwa 10 Tagen sprechen wolle. Es wäre non von groβer Wichtigkeit, daβ der von mir angekündigte Brief des Reichsministers an Reichsleiter Bormann uber diese Angelegenheit auch in den nächsten Tagen hier im FHQ eingeht.

3) [September 16th omitted]

4) Am 17.9. nachmittags war der Reichsauβenminister mit Groβadmiral Raeder und dem Chef der U-Bootwaffe Dönitz beim Führer, um die durch die amerikanische Erklärung über den bewaffneten Geleitschutz nach Island, entstandene Lage und sich daraus ergebenden Folgerungen für den Krieg im Atlantik zu besprechen.

5) Mittagstaffel 17.9

Gäste: keine.

Der Führer sprach über die Bedeutung des eroberten Erzgebietes von Kriwoi-Rog. Wenn die völlige Wiederherstellung der riesigen Anlagen vielleicht auch ein Jahr dauern wird, so muβ doch beschleunigt und mit Hochdruck an die Ausbeute der Erzlager gegangen werden. Die Erzeugung von ca. 1 Million to Eisen und Erze pro Monat löse praktisch alle Kalamität auf dem Gebiet der Bedarfsdeckung, den in irgendwelcher Beziehung zu dem Vorhandensein von Eisen in genügendem Maβe stehe doch alles.

6) Abendtafel 17.9

Gäste: Chef der U-Bootwaffe Dönitz.

Infolge der groβen Zahl der Gäste von Marine war ich während des Abendessens für den Raum 2 eingeteilt.

7) Zum Mittag des 18.9. wird Reichskommissar Koch und für den späten Nachmittag Gauleiter Terboven zu Besprechungen beim Führer erwartet.

8) Militärische Lage 18.9.

Die Stimmung im Hauptquartier über die militärische Lage im Osten ist auβerordentlich zuversichtlich. Endlich scheint die Front an den meisten Stellen entsheidend in Bewegung zu kommen, während die herangeführten russischen Reserven in punkto[!] Ausrüstung und Ausbildung immer schlechter werden. Vor Odessa sind die Rumänen wieder etwas vorangekommen. Das ganze Gebiet zwischen dem Unterlauf des Dnjeprs und der Halbinsel Krim ist fest in unserer Hand. Es ist dem Russen allerdings gelungen, einen Teil seiner Truppen von der Tendra-Bucht aus zu Schiff nach Sewastopol zu bringen. Ein Handstreich der Leibstandarte auf die Landenge bei Perekop wurde wegen des dortigen sehr starken und tiefen Befestigungsgürtels nicht ausgeführt. Dagegen gelang es, das Asowsche Meer nördlich Genitschesk zu erreichen und viel Gefangene zu machen. Ostwärts Saporoshje gehen die Russen fluchtartig zurück. Die Besetzung der Krim von Osten und Norden ist in Vorbereitung. Der gröβte Erfolg aber zeichnet sich ab durch die Vereinigung der über Romny von Norden vorstoβenden Panzern mit denen des Brückenkopfes von Krementschug. Dieser riesige Kessel ostwärts Kiew ist in völliger Auflösung. Von allen Seiten stoβen unsere Truppen vor und bilden immer neue kleinere Kessel unter den völlig verwirrten Russen. Bei der Heeresgruppe Mitte ist Timoschenko auch endgültig im Abschnitt nördlich und südlich Jelnja zur Verteidigung übergegangen und gibt den ermatteten Divisionen die ersehnte Ruhepause. Vor Petersburg und an der finnischen Front weitere erbitterte Kämpfe. Es ist gelungen auf der Insel Ösel einen Brückenkopf zu bilden, so daβ auch diese Angelegenheit in Kürze erledigt sein dürfte.

1) Mittagstafel 18.9.

Gäste: Reichsminister Dr. Lammers, Reichskommissar Koch.

Ich sprach mit Dr. Lammers wegen der Denkschrift von Staatssekretär Stuckart über die neue Grenzziehung im Osten und Dr. Lammers versicherte mir, daβ er sie dem Führer nicht vorlegen werde, bevor er mit dem Reichsminister darüber gesprochen habe. Dr. Lammers wird wahrscheinlich am 21. oder 22.9 nach Berlin kommen und dann den Reichsminister zu einer persönlichen Rücksprache aufsuchen.

Das Tischgespräch drehte sich im wesentlichen über das Thema “Freie Ukraine”, ohne besondere neue Argumente aufzuweisen. Sowohl der Führer als auch der Reichskommissar lehnen eine freie Ukraine ab. Die Slawen seien eine Kaninchenfamilie, die von sich aus niemals über den Verband der Familie hinausgehen werden, wenn sie nicht von einer Herrenschicht dazu gezwungen werden. Allgemeine Desorganisation sei der ihnen naturgemäβe und erstrebenswerte Zustand. Alles ihnen aufgepfropfte Wissen bleibe bestenfalls ein Halbwissen das sie unzufrieden und anarchistisch mache. Eine Gründung einer Universität in Kiew müsse schon aus diesem Grunde abgelehnt werden. Auβerdem werde von der Stadt Kiew kaum etwas stehen bleiben. Die Tendenz des Führers, der die Zerstörung der russischen Groβstädte als Voraussetzung der Dauer unserer Macht in Ruβland ansieht, wurde durch den Reichskommissar noch gefestigt, der die ukrainische Industrie nach Möglichkeit zerschlagen will, um das Proletariat auf das Land zurückzubringen. Die Absatzmöglichkeit auf dem russischen Markt mit Gebrauchs- und Fertigwaren werde der sächsischen Industrie einen ungeahnten Aufschwung geben. Wenn man dann noch die unentbehrlichen Genuβmittel Alkohol und Tabak in Staatsmonopol nähme, habe man die Bevölkerung in den besetzten Gebieten restlos in der Hand. Koch betonte, daβ man von Anfang an hart und brutal sein müsse, und nicht in den Fehler von 1917/18 verfallen dürfe, mal nachgiebig und mal hart zu sein. General Eichhorn sei bezeichnenderweise nicht von Bolschewiken, sondern von ukrainischen Nationalisten ermordet worden. Der Führer stellte die englische Herrschaft in Indien als das erstrebenswerte Ziel unserer Verwaltung im Osten dar. Innerhalb des deutschen Volkes höchste Volksgemeinschaft und Möglichkeit der Bildung für jedermann, nach auβen aber absoluter Herrenstandpunkt.

2) Reichskommissar Koch wird seinen Vortrag beim Führer erst am 19.9 nachmittags haben, da zu der Besprechung auch Generalfeldmarschall Keitel anwesend sein soll, der am 18.9 zur Heeresgruppe Nord nach Pleskau geflogen war. Die Stimmung im FHQ ist für Koch sehr günstig, alle halten ihn für den geeigneten Mann und “zweiten Stalin”, der seine Aufgabe auf das beste lösen wird.

3) Von der Besprechung des Führers mit Dr. Lammers und anschlieβend mit Gauleiter Terboven, die nicht sehr lange gewesen sind, konnte ich nichts in Erfahrung bringen.

4) Abendtafel 18.9

Gäste: keine.

Der Führer erzählte eine Reihe von Geschichten aus der Endzeit des Parlamentarismus in den Jahren 1932/3. Der gefährlichste Gegner, der auch wirklich eine Reihe von Männern von Format hervorgebracht habe, sei ohne Zweifel das Zentrum gewesen. Man habe Brüning nicht als einen prinzipiell antinationalen Mann ansprechen können; sein gröβter Fehler sei es vor allem gewesen, daβ er versucht habe über Erfolge in der Auβenpolitik eine Besserung der Lage im Innern durch Steigerung seiner Popularität herbeizuführen, während der Führer genau den umgekehrten Weg gegangen sei in der Erkenntnis, daβ die Auβenpolitik nie erfolgreich sein kann, wenn innenpolitisch die Voraussetzungen dazu fehlen. Brüning sei etwas krankhaft veranlagt gewesen, denn welcher gesunde Mensch wählt zu seiner ständigen Wohnung freiwillig ein Krankenhaus? Die gröβte Korruption habe in den Parteien der Mitte geherrscht, deren Politiker samt und sonders bestechliche und käufliche Subjekte gewesen seien. Den führenden Sozialdemokraten (Braum, Severing, Löbe) habe man dies in keiner Weise nachsagen können. Deswegen sei von ihnen auch kaum jemand ins Konzentrationslager gewandert. Auch Braun hätte es nicht nötig gehabt, ins Ausland zu fliehen. Der Führer ist der Ansicht, daβ diese ehemaligen Sozialdemokraten heute schon längst überzeugte Anhänger des 3. Reiches sind. Severing hat schon zur Saarabstimmung und jetzt wieder zum Ausbruch des Krieges dem Führer freiwillig angeboten, Aufrufe an die ehemals sozialdemokratischen Arbeiter zu erlassen. Der Führer hat dies aus prinzipiellen Gründen abgelehnt. Dagegen war die kommunistische Reichstagsfraktion ein Treffpunkt von Schwerverbrechern und Kriminellen. Torgler sei in der Fraktion schon unangenehm aufgefallen, da von ihm bekannt war, daβ er noch keinen Einbruchsdiebstahl begangen hatte. Der Führer machte sich dann noch lustig über die Abfassung von deutschnationalen Aufrufen, die sich schon immer durch schlechtes Deutsch auszeichneten und an denen dann noch die ganze Parteifraktion herumdokterte, so daβ das Ergebnis einfach unbrauchbar war. Aus diesem Grunde gab der Führer bei der Harzburger Tagung auch neben Hugenberg einen eigenen Aufruf heraus. Selbst in dem ersten Kabinett nach dem 30. Januar 1933 versuchten die Deutschnationalen noch, derartige gemeinsame Aufrufe und Proklamationen zu fabrizieren, bis sie der Führer eindeutig darüber belehrte, daβ er als Kabinettschef das allein mache, da er auch die Verantwortung trage.

My translation

1) On 17.9 [September 17th] in the evening, I handed the Führer 1-2 “Der Weltkampf” booklets, the two translated articles from the magazine “Novoje Slowo”, as well as issue 3 of the “German settlements” in the Soviet Union (Ukraine with Crimea). The Führer was particularly interested in the latter.

2) On 17.9 in the afternoon, I passed on to Reichsleiter Bormann the writing of the Reich Minister of the 7th Chamber on the case of Frank, as well as on the development of National Socialism and Christianity. Likewise, I informed the Reichsleiter that Dr. Stellrecht was to be successor to Stabsleiter [Gotthard] Urban, and who would soon be reporting to Reichsleiter Bormann in this capacity, and [furthermore] that on this occasion he should also be changed from Obergebietsführer to the appropriate political rank. The Reichsleiter apparently gladly accepted everything, and said that he would discuss this with Dr. Stellrecht during his next stay in Berlin in about 10 days. The letter of the Reich Minister to Reichsleiter Bormann, which I had announced, was not of great importance and would also be discussed here in the FHQ over the next few days.

3) [September 16th not applicable]

4) On 17.9 in the afternoon, the Reich Foreign Minister with Groβadmiral Raeder and the head of the U-Bootwaffe Dönitz were at the Führer’s to discuss the situation resulting from the American declaration on the armed escort to Iceland, and the resultant consequences for the war in the Atlantic.

5) Lunch start 17.9

Guests: none.

The Führer spoke of the importance of the conquered Ore Mountains of Krivoi Rog. If the complete restoration of the giant plants is to last for a year, it must be accelerated and carried out with high pressure on the yield of ore deposits. The production of about one million tons of iron and ore per month solves virtually all calamities in the field of supply, which, in any case, is related to the presence of iron in sufficient supply, which is everything.

6) Evening table 17.9

Guests: Chief of the U-Bootwaffe Dönitz.

As a result of the large number of guests from the Navy, I was allocated to Room 2 during the evening meal.

7) At noon on the 18th of September, Reichskommissar Koch, and for the late afternoon Gauleiter Terboven, were expected to meet with the Führer.

8) Military situation 18.9.

The mood in the headquarters regarding the military situation in the East is extremely confident. At last, the front seems to be rapidly advancing in most places, while the Russian reserves which have been produced are becoming poorer in terms of equipment and training. Before Odessa, the Romanians are a bit ahead. The entire area between the lower reaches of the Dnieper River and the Crimean Peninsula is firmly in our hands. However, the Russians succeeded in bringing some of their troops from the Gulf of Tendra (Tendra Bay) to Sevastopol. A takeover (coup) by the Leibstandarte on the Isthmus of Perekop was not carried out owing to the very strong and deep rings of defense there. On the other hand, it was possible to reach the Sea of Azov, north of Henichesk, and to take many prisoners. On the way to Zaporizhia, the Russians are bolting. The occupation of the Crimea from the east and north is underway. The greatest success, however, is marked by the unification of the tanks which were advancing over Romny from the north with those of the bridgehead at Kremenchug[!] This huge pocket[68] east of Kiev is in total dissolution. On all sides, our troops are pushing forward and forming ever new smaller pockets among the completely confused Russians. Next to Army Group Center, Timoshenko has also assumed the defensive in the section north and south of Yelnya, giving the weakened divisions long-awaited rest. Before Petersburg and on the Finnish front more fierce fighting ensued. It has been possible to form a bridgehead on the island of Ösel, so that this matter will soon be settled.

1) Lunch table 18.9.

Guests: Reichsminister Dr. Lammers, Reichskommissar Koch.

I spoke with Dr. Lammers regarding the memorandum of State Secretary Stuckart on the new frontier in the East, and Dr. Lammers assured me that he would not submit it to the Führer before he discussed this with the Reich Minister[69]. Dr. Lammers will probably come to Berlin on the 21st or 22nd, and then visit the Reichsminister for a personal consultation.

The table discussion [i.e. “table talk”] was essentially about the subject of “Free Ukraine,” without offering any new arguments. Both the Führer and the Reichskommissar reject a free Ukraine. The Slavs were a rabbit family, which by their very nature would never go beyond the union of the family if they were not compelled [otherwise] by a ruling class. General disorganization is their natural and desirable state. All knowledge imparted to them would, at best, remain a half-knowledge, making them dissatisfied and anarchistic. A founding of a university in Kiev must be rejected for this reason. In addition, it would hardly stop at the city of Kiev.[70] The tendency of the Führer, who regards the destruction of Russian cities as a prerequisite of the duration of our power in Russia, was still reinforced by the Reichskommissar, who, as far as possible, wanted to crush Ukrainian industry to lure the proletariat back into the countryside. The possibility of sales of consumer goods and finished goods on the Russian market will give Saxon industry an unprecedented boom. If the requisite consumption of alcohol and tobacco were to be taken as a monopoly of the state, then the population in the occupied territories would be completely in control. Koch stressed that one had to be hard and brutal right from the start, and not succumb to the flaw of 1917/18; one must be acquiescent at times and sometimes hard. General Eichhorn was murdered not by Bolsheviks but by Ukrainian nationalists. The Führer epitomized English rule in India as the most desirable goal of our administration in the East. Within the German people there would be the highest sense of national community and the possibility of education for all, but among outsiders the absolute ruler’s point of view [must prevail].

2) Reichskommissar Koch will have his talk with the Führer only on the afternoon of the 19th of September (19.9) since Field Marshal Keitel, who had flown to Pleskau on 18 September, was to be present for the meeting. The mood at FHQ is very favorable for Koch, as all consider him the appropriate man and “second Stalin,” who will solve his task to the best of his ability.

3) From the Führer’s meeting with Dr. Lammers and then with Gauleiter Terboven, neither of which were very long, I could not find out anything.

4) Evening table 18.9

Guests: none.

The Führer told a series of stories from the end of the period of parliamentarianism in the years 1932/3. The most dangerous opponent, who had actually produced a number of respectable men, was undoubtedly the center. Brüning could not be regarded as a principally anti-nationalist man; his biggest mistake was that he attempted to improve the domestic situation by increasing his popularity via foreign policy successes, while the Führer had followed exactly the opposite course, recognizing that foreign policy can never be successful[71] if the prerequisites for [success] are missing. Brüning was somewhat morbid, for what healthy man voluntarily chooses a hospital for his permanent home? The greatest corruption prevailed in the parties of the center, whose politicians were all bribed and bought-off. The leading Social Democrats (Braun, Severing, Löbe) could not deny this in any way. That’s why hardly any of them have migrated from the concentration camps. Braun, too, would not have needed to flee abroad. The Führer is of the opinion that these former Social Democrats are now already convinced adherents of the Third Reich. Severing already voluntarily offered to the Führer submission of the former Social Democratic workers to the Saar Agreement and, again, to the outbreak of the war. The Führer rejected this on principle. On the other hand, the communist parliament was a meeting place for serious criminals and thieves. Torgler was already uncomfortable in the faction because he knew that he had not yet committed a burglary. The Führer then made fun of the drafting of German-national calls, which had always been characterized by bad German, and [since] the whole party faction was still drifting around, the result was simply useless. For this reason, the Führer gave a special appeal to Hugenberg. Even in the first cabinet after January 30, 1933, the German Nationalists still attempted to produce such joint appeals and proclamations until the Führer had clearly stated that he was to be the sole cabinet minister, since he was also responsible.

Problem #1: Footnote 224 in Koeppen:

“Entsprechend auch Hitlers Wendung gegen unterschiedliche Reiseklassen auf Schiffen und in Zuegen; Heims Aufzechnung vom 22/23 September 1941.”

Trans.: “Correspondingly also Hitler’s phrase against different classes on ships and in trains; Heim’s list of 22/23 September 1941.”

While this entry is “parallel” in a general sense, we must remember that Koeppen ostensibly recorded his notes the same day he heard Hitler speak on any given subject. Koeppen’s record is for the 18th of September 1941, not for the 22/23rd of September 1941. As such, it is possible that Heim copied (or got ideas for his notes from) Koeppen. Heim’s “parallel” notes were written after Koeppen’s, not before.

Problem #2: Footnote 225 in Koeppen:

“Vgl. die Parallelaufzeichnung Heims (wie Anm. 198, dort: S. 63) sowie Dok. XXI, 2); s.a. die Aufzeichnung Henry Pickers 11.4.1942 abends, in Tischgespräche, S. 271.

Trans.: “See the parallel recording by Heim; also, Henry Picker’s recording on 11 April 1942 in the evening.”

This above footnote is placed at the end of this sentence in Koeppen’s Berichte:

“Innerhalb des deutschen Volkes höchste Volksgemeinschaft und Möglichkeit der Bildung für jedermann nach aussen aber absoluter Herrenstandpunkt.”

Trans.: “Within the German people the highest national community and the possibility of education for everyone, but outwardly an absolute master’s point of view.”

The “parallel” recording by Heim, presumably the entry of 17 September 1941, evening, and the night of 17-18 (since these dates correspond most closely with 18.9 in Koeppen) is just over 3 pages long in the English edition of TT. His notes are only “parallel” insofar as the general topics of Russia and Ukraine are discussed. Indeed, Heim makes no mention of Brüning or any of the other topics in that particular Koeppen recording nor does Heim mention Hitler’s interest in the “Der Weltkampf” periodicals he was given. As well, Koeppen does not feature Hitler describing the Slavs as a “born slave mass.” In fact, neither Koeppen’s nor Heim’s entries is completely clear regarding who said what about the Russians and Ukrainians. We must assume after comparing the two entries that Hitler compared Ukrainians to rabbits insofar as their ability to run and organize a state is concerned, that Russia needed to be forcibly conquered, and that the people be treated harshly at first. But, even so, we cannot be certain that these words are Hitler’s and not Koch’s, or that they are Hitler verbatim. The general subject matter is parallel, but the entries are dissimilar. As well, Koeppen and Heim agree only in a general sense even when discussing British rule in India.

Here is the 17th/18th September 1941 Heim entry (as featured in Monologe) and as featured in the hardcover Trevor-Roper English edition of TT (in full) for purposes of comparison with Koeppen’s 17./18.9 “Berichte” featured above:

As for Picker’s “parallel” entry of April 11, 1942 (abends), it consists of mostly unrelated content. Picker’s notes, which may be among those hijacked from Heim’s originals prior to their subsequent amendment, discuss Rosenberg’s book “Mythos”, Cardinal Faulhaber, and the Church (Tischgespräche im Bild, p. 145). What’s more, even if his content had matched that of Koeppen’s from 18 September 1941, is it not odd that Picker’s “parallel” notes came so long after those of Koeppen (about 7 months later)? While it would be possible for Hitler to discuss the same topic or subject matter more than once, it is also possible that Picker and or Heim copied Koeppen, or selectively “lifted” his notes for their own (subsequent) recordings.

Here is the full excerpt from Henry Picker’s book
Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier:

11.4.1942 abends
(Wolfsschanze)

Beim Abendessen betonte der Chef, daβ Rosenbergs »Mythus« nicht als ein parteiamtliches Werk angesehen werden könne. Er, der Chef, habe es seinerzeit ausdrücklich abgelehnt, diesem Buch parteipäpstlichen Charakter zu geben, da schon sein Titel schief sei. Denn man könne nicht sagen, daβ man den »Mythus des 20. Jahrhunderts«, also etwas Mystisches, gegen die Geistesauffassungen des 19. Jahrhunderts stellen wolle, sondern müsse als Nationalsozialist sagen, daβ man den Glauben und das Wissen des 20. Jahrhunderts gegen den Mythus des 19. Jahrhunderts stelle.

Bemerkenswert sei, daβ die Hauptleserschaft diesel Rosenbergschen Werkes nicht unter den Altparteigenossen zu suchen sei. Man habe in der ersten Zeit nach dem Erscheinen sogar die gröβten Schwierigkeiten gehabt, um überhaupt die Erstlingsauflage absetzen zu können. Erst als das Werk in einem Hirtenbrief erwähnt worden sei, sei es gelungen, die ersten 10 000 Exemplare loszuwerden. Daβ der Münchner Kardinal Faulhaber so dumm gewesen sei, auf einer Bischofskonferenz Zitate aus dem

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»Mythus« anzuführen und anzugreifen, habe erst die zweite Auflage ermöglicht. Als das Buch dann auf den Index gekommen sei, da man eine Häresie der Partei unterstellt habe, sei die Nachfrage nach dem Buch weiter gestiegen. Und als dann von der Katholischen Kirche all die Kampfschriften gegen die Rosenbergschen Gedankengange mit all ihren Erwiderungen herausgekommen seien, sei die Auflagenziffer auf 170 000 beziehungsweise 200 000 hinaufgeklettert.

Er, der Chef, freue sich immer, wenn er feststellen müsse, daβ eigentlich nur unsere Gegner in dem Buch richtig Bescheid wüβten. Ebenso wie viele Gauleiter habe auch er es nämlich nur zum geringen Teil gelesen, da es seines Erachtens auch zu schwer verständlich geschrieben sei.

Beim Abendessen führte der Chef aus, daβ nicht die individuelle Freiheit ein Zeichen einer besonders hohen Kulturstufe sei, sondern die Beschränkung der individuellen Freiheit durch eine möglichst viele gleichrassige lndividuen umfassende Organisation.

Wenn man den Menschen ihre individuelle Freiheit lasse, so benähmen sie sich wie die Affen. Keiner wolle dulden, daβ der andere mehr habe als er. Und je näher sie zusammenwohnten, desto gröβer sei die Feindschaft unter ihnen. Je mehr man die straffen Zügel der staatlichen Organisation lockere und der individuellen Freiheit Raum gebe, desto mehr lenke man die Geschicke des Volkes in die Bahnen kulturellen Rückschritts.

Über die ewige Rederei von Gemeinschaft könne er nur lächeln, da die groβen Schwätzer meinten, Gemeinschaft lasse sich zusammenreden. Wenn in seiner Heimat die Bauernjungens und Bauernknechte von den umliegenden Gehöften im Krug zusammengekommen seien, sei dieser Ausdruck des Geselligkeitsgefühls mit zunehmendem Alkoholgenuβ in eine immer stärkere Rauferei und Messerstecherei ausgeartet. Erst das Erscheinen des Gendarms habe die ganze Gesellschaft zu einer einzigen groβen Gemeinschaft zusammengeschweiβt.

Gemeinschaft lasse sich eben nur durch Gewalt schaffen und erhalten.

Man dürfe deshalb Karl den Groβen nicht verurteilen, wenn er die von ihm für das deutsche Volk für erforderlich gehaltene - staatliche Organisation durch Gewalt zusammengebracht hätte.

Und wenn Stalin beim russischen Volk in den vergangenen Jahren

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Methoden angewandt habe, wie sie damals Karl der Groβe beim deutschen Volk angewandt hätte, so dürfe man mit Rücksicht auf den derzeitigen kulturellen Stand der Russen nicht den Stab darüber brechen. Auch Stalin habe aus der Erkenntnis heraus gehandelt, daβ man die Russen zu einer straffen staatlichen Organisation zusammenfassen müsse, wenn man den Daseinskampf der gesamten in der UdSSR vereinigten Völkerschaften politisch sichern und Leistungen für den einzelnen ermöglichen wolle, die er aus eigener Kraft - wie zum Beispiel Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft - nicht schaffen könne.

Für die Beherrschung der von uns im Osten des Reichs unterworfene Völker müsse es deshalb oberster Grundsatz sein, den Wünschen nach individueller Freiheit weitgehendst zu entsprechen, jede staatliche Organisation zu vermeiden und die Angehörigen dieser Völkerschaften dadurch auf einem möglichst niedrigen Kulturniveau zu halten.

Man müsse stets davon ausgehen, daβ diese Völker uns gegenüber in erster Linie die Aufgabe haben, uns wirtschaftlich zu dienen. Es müsse daher unser Bestreben sein, mit alien Mitteln wirtschaftlich aus den besetzten russischen Gebieten herauszuholen, was sich herausholen lasse.

Einen Anreiz zur Ablieferung ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse und zur Zurverfügungstellung ihrer Arbeitskraft im Bergbau und in der Rüstungsfabrikation könne man dadurch für sie in ausreichendem Maβe schaffen, daβ man ihnen Industrieprodukte usw. nach Wunsch in Verkaufsmagazinen zum Kauf bereithalte.

Wenn man sich darüber hinaus um das Wohl jedes einzelnen kümmern wolle, so würde man ohne eine Staatsorganisation nach dem Muster unserer staatlichen Verwaltung nicht auskommen und lediglich Haβ gegen uns erzeugen. Denn je primitiver die Menschen seien, desto stärker empfänden sie jede Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit als Zwang. Hinzu komme, daβ man ihnen mit einer staatlichen Verwaltungsorganisation eine Möglichkeit an die Hand gebe, sich zu einer groβen Einheit zusammenzufinden und diese Organisation eventuell sogar gegen uns zum Einsatz zu bringen. Das höchste, was man ihnen an Verwaltungsorganisation zugestehen könne, sei deshalb die Gemeindeverwaltung, und auch die nur insoweit, als es zur Erhaltung der Arbeitskraft, das heiβt zur Sicherstellung der täglichen Bedürfnisse des einzelnen, erforderlich sei.

Auch die Bildung von Dorfgemeinschaften müsse man aber so gestal-

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len daβ sich keine Gemeinsamkeiten zwischen benachbarten Dorfgemeinschaften herausbilden könnten. Auf jeden Fall sei deshalb die Schaffung einheitlicher Kirchen für gröβere russische Gebietsteile zu verhindern. In unserem Interesse könne es lediglich liegen, wenn jedes Dorf seine eigene Sekte habe, die ihre eigenen Gottesvorstellungen entwickle. Selbst wenn sich auf diese Weise in einzelnen Dörfern Zauberkulte, wie bei den Negern und Indianern, bilden sollten, könnten wir das nur begrüβen, weil es die Zahl der trennenden Momente im russischen Raum nur vermehre.

[Editor’s notes omitted.]

Wenn er vorhin gesagt habe, daβ jeder Aufbau einer groβen Staatsverwaltung zu unterbleiben habe und unsere Kommissare sich dort lediglich mit der Beaufsichtigung und Wirtschaftslenkung zu befassen hätten, so sei damit selbstverständlich auch jede andere Organisationsform für die unterworfenen Völker verneint.

Es solle daher ja kein Lehrer daherkommen und plötzlich den Schulzwang für die unterworfenen Völker verkünden wollen. Kenntnisse der Russen, Ukrainer, Kirgisen und so weiter im Lesen und Schreiben könnten uns nur schaden. Denn sie ermöglichten es helleren Köpfen, sich ein gewisses Geschichtswissen zu erarbeiten und damit zu politischen Gedankengängen zu kommen, die irgendwie immer ihre Spitze gegen uns haben müβten.

Es sei viel besser, in jedem Dorf einen Radiolautsprecher aufzustellen, um den Menschen auf diese Weise Neuigkeiten zu erzählen und Unterhaltungsstoff zu bieten, als sie zur selbständigen Erlangung politischer, wissenschaftlicher und so weiter Erkenntnisse zu befähigen. Man solle es sich daher auch ja nicht einfallen lassen, den unterworfenen Völkern im

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Radio Dinge über ihre Vorgeschichte zu erzählen, man müsse ihnen vielmehr durch den Rundfunk Musik und noch einmal Musik vermitteln Denn lustige Musik fördere die Arbeitsfreude. Und wenn die Leute viol tanzen könnten, so werde auch das nach unseren Erfahrungen in der Systemzeit allgemein begrüβt werden.

Das einzige, was in den besetzten russischen Gebieten organisiert werden müsse, sei der Verkehr. Denn die verkehrsmäβige Aufschlieβung des Landes sei eine der wesentlichsten Vorbedingungen zu seiner Beherrschung und wirtschaftlichen Ausnutzung. Das Verkehrspunkt-System müβten deshalb auch die Unterworfenen lernen. Das sei aber auch dam einzige Gebiet, auf dem man sie von uns aus »bilden« müsse.

Was die Hygiene der unterworfenen Bevölkerung angehe, so könnten wir kein Interesse daran haben, ihnen unsere Erkenntnisse zu vermitteln und dadurch ihnen eine von ihnen absolut nicht gewünschte Basis für einen ungeheuren Bevölkerungszuwachs zu geben. Er verbiete deshalb, für diese Gebiete Sauberkeitsaktionen unserer Art durchzuführen. Auch der Impfzwang dürfe in ihnen nur für Deutsche gelten. Deutsche Ärzte seien nur für die Behandlung Deutscher in den deutschen Siedlungen einzusetzen. Auch sei es Unsinn, die unterworfenen Völkerschaften mit unserem Wissen auf dem Gebiet der Zahnheilkunde beglücken zu wollen. Man müsse dabei aber vorsichtig zu Werke gehen, damit unsere Tendenz nicht auffalle. Wenn also ein Zahnkranker absolut von einem Arzt behandelt sein wolle, gut, dann müsse man auch einmal eine Ausnahme machen.

Der gröβte Unsinn, den man in den besetzten Ostgebieten machen könne, sei der, den unterworfenen Völkern Waffen zu geben. Die Geschichte lehre, daβ alle Herrenvölker untergegangen seien, nachdem sie den von ihnen unterworfenen Völkern Waffen bewilligt hätten.

Ja, man könne geradezu sagen, daβ die Auslieferung von Waffen an die unterworfenen Völker eine Conditio sine qua non für den Untergang der Herrenvölker sei. Es sei deshalb nötig, daβ wir die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung durch eigene Truppen im gesamten besetzten russischen Raum gewährleisten. Die besetzten Ostgebiete müβten deshalb von einem Netz von Militärstützpunkten durchzogen sein. Alle Deutschen, die in diesem Raum leben, müβten persönlichen Kontakt mit ihnen haben, das heiβt, sich persönlich mit ihnen verbunden fühlen. Im übrigen müβten sie so straff organisiert sein, daβ eine auf weite Sicht

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hinaus geplante deutsche Siedlungspolitik einen immer stärker werdenden deutschen Volkstumskeil in den von uns unterworfenen Raum vortreiben könne.

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Koeppen vs. Heim

Neither Koeppen nor Heim can be considered a reliable steno reporter of Hitler’s words. While the selected Koeppen/Heim entries featured in this book do corroborate each other vis-à-vis certain subject matter, and in some cases specific topics of discussion (e.g., British rule in India, future exploitation of Russian labor, the dangers of educating Ukrainians, the need for a German ruling class in the east), they do not agree enough content-wise or date-wise to consider either 100% reliable. Neither Koeppen nor Heim features Hitler’s words as he said them.

So, what value, if any, do these select entries possess? Well, taken together, they appear to provide us with a general idea of what Hitler and his guests discussed as a group on 17/18.9, but we have no way to determine what Hitler actually said or did not say with absolute certainty. As such, we have no basis for calling any of this “Hitler’s” table talk. The title “recollections of Hitler” is more appropriate for these so-called “table talks.” And even this title would only be appropriate if Heim’s and Koeppen’s ‘original manuscripts’ are authentic.

Koeppen vs. Picker

And what about Picker’s “parallel entry” of 1942, which is supposed to authenticate Koeppen’s 1941 entry in the opinion of historian Martin Vogt? Well, we cannot rule out the possibility that Picker copied Koeppen’s report, since Picker 1) lied about taking steno notes in the first person as Hitler spoke, 2) is known to have hijacked/copied some of Heim’s notes, and 3) recorded his entry in April 1942, while Koeppen’s similar entry was recorded in September 1941 (7 months prior). Since Heinrich Heim lacks an entry for the date of 11 April 1942, we have no way of corroborating Heim in relation to Picker on that day.

For instance, had Heim recorded his own entry independent of Picker on that day, what might it have looked like when compared to Picker’s? Would it also have been “parallel” to Koeppen’s September 1941 entry? We will never know.

To sum up, we cannot rule out the possibility that Mr. Picker lifted part of Koeppen’s September 1941 entry for his own in 1942. If Picker did copy Koeppen in any way, then it is one possible explanation for the “parallel entries”. Maybe Hitler did discuss some of the same topics, and in a similar manner, on these two separate occasions. But even if this is the case, this does not prove either Picker’s or Koeppen’s reliability or authenticity. It is an irrelevant comparison.

Whose “table talk” (redux)?

None of these records is a true steno record. Otherwise, Heim’s, Picker’s and Koeppen’s same-day entries would be identical, or close to identical, and they would present Hitler’s verbatim utterances. Yet, Koeppen discusses things that Heim/Picker do not and vice versa. There are omissions and variations of Hitler’s words on the part of both Koeppen and Heim (and Picker). And, of course, there are other serious problems associated with Heim and Picker, which we have already discussed. Be that as it may, as further evidence I offer a few more examples.

Select “Table Talk” variations

These are all supposed to be the same exact entry, yet all three are different. (The underlined text denotes variances between the Heim and Picker entries.)

Monologue

(based on Heim’s notes)[72]

Führerhauptquartier
11. 11. 1941, abends
H/Fu.

Ich habe immer die Auffassung vertreten, die Partei tut gut, sich von der Kirche fernzuhalten; Feldgottesdienste hat es bei uns nie gegeben. Lieber, sagte ich mir, lasse ich mich selber eine Zeitlang ex-kommunizieren oder verbannen. Die Freundschaft der Kirche kommt einem teuer zu stehen, denn — habe ich Erfolg, so muβ ich mir nachher sagen lassen: Durch den Segen der Kirche hast du’s erreicht! Da mache ich die Sache doch lieber ohne Segen, und es wird mir keine Rechnung vorgelegt!

Ruβland war der bigotteste Staat, den es gibt. Alles war mit religiösen Zeremonien verbunden. Das hat die Russen aber nicht gehindert, Prügel zu bekommen. Das Gebet der 140 Millionen Russen hat offenbar weniger genützt beim lieben Gott als das der zahlenmäβig viel kleineren japanischen Nation. Genau so war im Weltkrieg das Gewicht ihrer Gebete offenbar geringer als das unserer Gebete. Aber nicht einmal im Innern vermochten die Pfaffen die Erhaltung des bestehenden Zustandes zu sichern: es kam der Bolschewismus! Ja, die pfäffisch-reaktionaren Kreise haben dazu mitgeholfen. Rasputin haben sie beseitigt und damit eine Kraft, welche dem slawischen Element einer gesunden Lebensbejahung Geltung verschafft hätte. Hätten sich 1919/20 nicht Nationalisten als Freiwillige gefunden, so wäre auch bei uns das Priestertum dem Bolschewismus zum Opfer gefallen.

Die Pfaffen werden gefährlich, wenn es einem Staat schlecht geht; dann sammeln sie die negativen Elemente und schaffen damit Un-

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ruhe. Was haben die Päpste doch den deutschen Kaisern für Schwierigkeiten bereitet! Gem würde ich sämtliche Pfaffen antreten lassen, damit sie dafür sorgen, daβ so ein englischer oder ein russischer Flieger nicht kommt. Aber dem Staat nützt momentan mehr, wer die Pak [Panzerabwehrkanone] macht, als wer mit dem Wedel herumgeht.

In den romanischen Ländern ist es immer an der Kippe gewesen, daβ der Bolschewismus durch eine Radikalkur beseitigt, was an sich nicht mehr haltbar ist. Als im Altertum die Plebejer für das Christentum mobilisiert wurden, hatte die Intelligenz mit den antiken Kulten nichts mehr zu tun. Heute kann niemand mehr die Lehre der Kirche ernst nehmen, der mit der Naturforschung vertraut ist. Was im Widerspruch steht zu den Naturgesetzen, kann nicht von Gott sein, und der liebe Gott macht mit dem Blitzstrahl auch vor der Kirche nicht Halt. Die ganz wesentlich auf antiken Vorstellungen aufgebaute religiöse Philosophie steht unter dem Niveau der heutigen Menschheit. In Italien und Spanien endet das mit dem Gurgelabschneiden. Das will ich für uns nicht.

Was sind wir glücklich, daβ der Parthenon noch steht, das Pantheon und die anderen Tempel, obwohl wir mit der religiösen Seite dieser Bauten gar nichts mehr zu tun haben. Wie schön wäre es, wenn wir mehr davon noch hätten! Wir würden deshalb heute nicht in Gefahr sein, Zeus anzubeten. Bei uns ist es ähnlich: Wir haben aus dem Mittelalter keine anderen Dokumente groβer Art. Mit einem Bildersturm beseitige ich alles, was seit dem 5. bis 17. Jahrhundert bei uns entstanden ist. Ich schaffe eine Lücke, und um wie vieles würde die Welt ärmer!

Ich weiβ nichts über das Jenseits und bin ehrlich genug, das zu bekennen. Andere behaupten, davon etwas zu wissen, ohne daβ ich ihnen nachweisen kann, es sei anders. Einem Bauernweibchen will ich meine Philosophie nicht aufzwingen. Die Lehre der Kirche ist auch eine Art Philosophie, wenn auch nicht nach der Wahrheit strebend. Nachdem die Menschen groβe Dinge nicht mitdenken können, so schadet das nichts. Irgendwie mündet das alles ein in eine Erkenntnis der Hilflosigkeit des Menschen dem ewigen Naturgesetz gegenüber. Das ist nicht schädlich, wenn wir nur zu der Erkenntnis kommen, daβ die ganze Rettung des Menschen darin liegt, daβ er die göttliche Vorsehung zu begreifen versucht und nicht glaubt, er könne sich gegen das Gesetz aufbäumen. Wenn der Mensch sich also demütig den Gesetzen fagt, dann ist das wunderbar.

Nachdem alle Erschütterungen von Übel sind, hielte ich es für das schönste, wenn wir die Einrichtung allmählich durch eine geistige Aufklärung überwinden und schmerzlos machen, zu einer gewissen Milde bringen. Das allerletzte könnten Frauenklöster sein! — Eine

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Verinnerlichung ist für die Menschheit etwas ganz Wunderbares. Es handelt sich nur darum, daβ man das Giftige herausbringt. In dieser Hinsicht ist in den letzten paar Jahrhunderten schon viel geschehen. Man muβ den Pfaff en klarmachen, daβ ihr Reich nicht von dieser Welt ist. Wunderbar, wie Friedrich der Groβe sich gegen den Versuch wendet, in den Staat hineinzuregieren! Die Randbemerkungen, die er an Eingaben von Pastoren hinschreibt, das sind zum Teil salomonisch weise Urteile, die vernichtend sind. Jeder General sollte das in die Hand bekommen. Man schämt sich, wie langsam die Menschheit vorwärts geht! Das Haus Habsburg hat in Joseph II einen schwachen Nachahmer Friedrichs des Groβen hervorgebracht. Wenn ein Haus in Jahrhunderten nur einen Geist hervorgebracht hat, wie Friedrich den Groβen, so ist es gerechtfertigt vor der Geschichte.

Im Weltkrieg haben wir es erlebt: Der Staat, der einzig wirklich religiös war, war Deutschland, und gerade der Staat hat verloren! Es ist ja auch so eine widerwärtige Heuchelei, wenn heute dieser Erzfreimaurer Roosevelt von Christentum spricht. Alle Kirchen müβten aufstehen, das zu verbieten, nachdem er doch jeder christlichen Auffassung diametral handelt! Die Zeitenwende des Untergangs der Kirchen ist gekommen. Es dauert noch einige Jahrhunderte, dann geschieht durch Evolution, was nicht durch Revolution geschieht. Jeder Gelehrte, der etwas Neues entdeckt, haut ein Stück von deren Basis weg. Es tut einem oft leid, daβ man in einer Zeit lebt, in welcher einem noch nicht bewuβt ist, wie die neue Welt aussehen wird. Eines aber kann ich den Fleischfressern sagen: Die neue Welt wird vegetarisch sein!

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Hitlers Tischgespräche im FHQ

(based on Picker’s notes and select notes that Picker hijacked from Heim)[73]

11. 11. 1941 abends
(Wolfsschanze)
Aufnahme: Heim. F. d. R: Picker[74]

Die Partei tut gut, sich von der Kirche fernzuhalten. Feldgottesdienste hat es bei uns nie gegeben. Lieber - sagte ich mir - lasse ich mich eine Zeitlang exkommunizieren oder bannen. Die Freundschaft der Kirche kommt einem teuer zu stehen. Denn habe ich Erfolg, so muβ ich mir nachher sagen lassen: Durch den Segen der Kirche hast du es erreicht. Da mache ich die Sache schon lieber ohne Segen, und es wird mir keine Rechnung vorgelegt.

Ruβland war der bigotteste Staat, den es gibt. Alles war mit religiösen Zeremonien verbunden. Das hat die Russen nicht gehindert, Prügel zu bekommen. Das Gebet der 140 Millionen Russen hat zum Beispiel beim russisch-japanischen Krieg (1904/05) offenbar weniger genützt als das der zahlenmäβig viel kleineren japanischen Nation. Genau so war im Ersten Weltkrieg das Gewicht ihrer Gebete geringer als das unserer Gebete. Aber nicht einmal im Innern vermochten die Pfaffen die Erhaltung des bestehenden Zustandes zu sichern. Es kam der Bolschewismus. Ja, die politisch-reaktionären Kreise haben dazu mitgeholfen: Rasputin haben sie beseitigt und damit eine Kraft, welche dem slawischen Element einer gesunden Lebensbejahung Geltung verschafft hätte.

Hätten sich nicht 1919/20 Nationalisten als Freiwillige gefunden, so wäre auch bei uns das Priestertum dem Bolschewismus zum Opfer gefallen. Die Pfaffen werden gefährlich, wenn es einem Staat schlechtgeht. Dann sammeln sie die negativen Kräfte und schaffen damit Unruhe; was haben die Päpste doch den deutschen Kaisern fur Schwierigkeiten bereitet! Gern würde ich sämtliche Pfaffen antreten lassen, damit sie dafür sorgen, daβ so ein englischer oder russischer Flieger nicht kommt. Aber dem Staat nützt momentan mehr, wer die Pak (Panzerabwehrkanone) macht, als wer mit dem Wedel herumgeht. In den romanischen Ländern ist es immer an der Kippe gewesen, daβ der Bolschewismus durch eine Radikalkur beseitigt, was an sich nicht mehr haltbar ist.

Als im Altertum die Plebejer für das Christentum mobilisiert wurden,

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hatte die Intelligenz mit der antiken Kultur nichts mehr zu tun. Heute kann niemand mehr die Lehre der Kirche ernst nehmen, der mit der Naturforschung vertraut ist: Was im Widerspruch steht zu den Naturgesetzen, kann nicht von Gott sein, und der liebe Gott macht mit dem Blitzstrahl auch vor der Kirche nicht halt. Die ganz wesentlich auf die antiken Anschauungen aufgebaute religiöse Philosophie steht unter dem Niveau der Wissenschaft der heutigen Menschheit. In Italien und Spanien endet das mit dem Gurgelabschneiden.

Das will ich für uns nicht. Was sind wir glücklich, daβ der Parthenon noch steht, das Pantheon und die anderen Tempel, obwohl wir mit der religiösen Seite dieser Tempel gar nichts mehr zu tun haben. Wie schön wäre es, wenn wir noch mehr davon hätten! Wir würden deshalb nicht in Gefahr sein, Zeus anzubeten.

Bei uns ist es ähnlich: Wir haben aus dem Mittelalter keine anderen Dokumente groβer Art als die der Kirche. Mit einem einzigen Bildersturm beseitige ich alles, was seit dem 5. bis zum 17. Jahrhundert bei uns entstanden ist. Ich schaffe eine Lücke! Und um wie vieles würde die Welt dadurch ärmer!

Ich weiβ nichts über das Jenseits und bin ehrlich genug, das zu bekennen. Andere behaupten, davon etwas zu wissen, ohne daβ ich ihnen nachweisen kann, es sei anders.

Einem Bauernweiblein will ich meine Philosophie nicht aufzwingen. Die Lehre der Kirche ist such eine Art der Philosophie, wenn auch nicht nach Wahrheit strebend. Da die Menschen groβe Dinge nicht mitdenken können, schadet das nichts. Irgendwie mündet das alles in einer Erkenntnis der Hilflosigkeit des Menschen dem ewigen Naturgesetz gegenüber. Das ist nicht schädlich, wenn wir nur zu der Erkenntnis kommen, daβ die ganze Rettung des Menschen darin liegt, daβ er die göttliche Vorsehung zu begreifen versucht und nicht glaubt, er könne sich gegen das Gesetz aufbäumen. Wenn der Mensch sich also demütig den Gesetzen fügt, so ist das wunderbar.

Nachdem alle Erschütterungen von Übel sind, erachte ich es für das schönste, wenn wir die Einrichtung der Kirche allmählich durch eine geistige Aufklärung überwinden und schmerzlos machen könnten. Das allerletzte könnten Frauenklöster sein.

Eine Verinnerlichung ist für die Menschen etwas ganz Wunderbares. Es handelt sich nur darum, daβ man das Giftige herausbringt. In dieser

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Hinsicht ist in den letzten paar Jahrhunderten schon viel geschehen. Man muβ ihnen, den Männern von der Kirche, klarmachen, daβ ihr Reich nicht von dieser Welt ist. Wunderbar, wie Friedrich der Groβe sich gegen ihren Versuch wendet, in den Staat hinein zu regieren. Die Randbemerkungen, die er an Eingaben von Pastoren hinschreibt, das sind zum Teil salomonisch weise Urteile, die vernichtend sind. Jeder General sollte dies in die Hand bekommen. Man schämt sich, wie langsam die Menschheit vorwärts geht. Das Haus Habsburg hat in Joseph II einen schwachen Nachahmer Friedrichs des Groβen hervorgebracht. Wenn ein Haus in Jahrhunderten nur einen Mann wie Friedrich den Groβen hervorbringt, so ist es gerechtfertigt vor der Geschichte.

Im Weltkrieg haben wir es erlebt: Der Staat, der einzig religiös war, war Deutschland; und gerade der Staat hat verloren. Es ist ja auch so eine widerwärtige Heuchelei, wenn heute dieser Erzfreimaurer Roosevelt vom Christentum spricht: Alle Kirchen müβten aufstehen, das zu verbieten, nachdem er doch jeder christlichen Auffassung diametral zuwiderhandelt. Die Zeitwende des Untergangs der Kirche ist gekommen. Es dauert noch einige Jahrhunderte, dann geschieht durch Evolution, was nicht durch Revolution geschieht. Jeder Gelehrte, der etwas entdeckt hat, haut ein Stück von der Basis weg. Es tut einem oft leid, daβ man in einer Zeit lebt, in der einem noch nicht bewuβt ist, wie die neue Welt aussieht.

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Hitler’s Table Talk

(Trevor-Roper’s English ed.)[75]

11th November 1941, evening

Friendship of the Church costs too much—The Church is the enemy of the State—The monuments of Christian civilisation—Roosevelt’s hypocrisy—The decadence of religion.

I’ve always defended the point of view that the Party should hold itself aloof from religion. We never organised religious services for our supporters. I preferred to run the risk of being put under the ban of the Church or excommunicated. The Church’s friendship costs too dear. In case of success, I can hear myself being told that it's thanks to her. I’d rather she had nothing to do with it, and that I shouldn’t be presented with the bill!

Russia used to be the most bigoted State of all. Nothing happened there without the participation of the Orthodox priests. That didn’t prevent the Russians from getting beaten. It seems that the prayers of a hundred and forty million Russians were less convincing, before God, than those of a

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smaller number of Japanese. It was the same thing in the first World War. Russian prayers had less weight than ours. Even on the home front, the cowls proved incapable of ensuring the maintenance of the established order. They permitted the triumph of Bolshevism.

One can even say that the reactionary and clerical circles helped on this triumph, by eliminating Rasputin. They thus eliminated a force that was capable of stimulating the healthy elements in the Slav soul.

But for the Nationalist volunteers of 1919-20, the clergy would have fallen victim to Bolshevism just as much in Germany as they did in Russia.

The skull-cap is a danger to the State when things go badly. The clergy takes a sly pleasure in rallying the enemies of the established order, and thus shares the responsibility for the disorders that arise. Think of the difficulties the Popes continually caused the German emperors!

I would gladly have recourse to the shavelings, if they could help us to intercept English or Russian aircraft. But, for the present, the men who serve our anti-aircraft guns are more useful than the fellows who handle the sprinkler.

In the Latin countries, we've often been within a hair’s breadth of seeing Bolshevism triumph, and thus administer the death-blow to a society that was always on the point of collapse.

When, in ancient Rome, the plebs were mobilised by Christianity, the intelligentsia had lost contact with the ancient forms of worship. The man of to-day, who is formed by the disciplines of science, has likewise ceased taking the teaching of religion very seriously. What is in opposition to the laws of nature cannot come from God. Moreover, thunderbolts do not spare churches. A system of metaphysics that is drawn from Christianity and founded on outmoded notions does not correspond to the level of modern knowledge. In Italy and in Spain, that will all end badly. They’ll cut each other’s throats.

I don’t want anything of that sort amongst us.

We can be glad that the Parthenon is still standing upright, the Roman Pantheon and the other temples. It matters little that the forms of worship that were practised there no longer mean anything to us. It is truly regrettable that so little is left

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of these temples. The result is, we are in no risk of worshipping Zeus.

Amongst us, the only witnesses of our greatness in the Middle Ages are the cathedrals. It would be enough to permit a movement of religious persecution to cause the disappearance of all the monuments that our country built from the fifth to the seventeenth century. What a void, and how greatly the world would be impoverished!

I know nothing of the Other World, and I have the honesty to admit it. Other people know more about it than I do, and I’m incapable of proving that they’re mistaken. I don’t dream of imposing my philosophy on a village girl. Although religion does not aim at seeking for the truth, it is a kind of philosophy which can satisfy simple minds, and that does no harm to anyone. Everything is finally a matter of the feeling man has of his own impotence. In itself, this philosophy has nothing pernicious about it. The essential thing, really, is that man should know that salvation consists in the effort that each person makes to understand Providence and accept the laws of nature.

Since all violent upheavals are a calamity, I would prefer the adaptation to be made without shocks. What could be longest left undisturbed are women’s convents. The sense of the inner life brings people great enrichment. What we must do, then, is to extract from religions the poison they contain. In this respect, great progress has been made during recent centuries. The Church must be made to understand that her kingdom is not of this world. What an example Frederick the Great set when he reacted against the Church’s claim to be allowed to interfere in matters of State! The marginal notes, in his handwriting, which one finds on the pleas addressed to him by the pastors, have the value of judgments of Solomon. They’re definitive. Our generals should make a practice of reading them daily. One is humiliated to see how slowly humanity progresses.

The house of Habsburg produced, in Joseph II, a pale imitator of Frederick the Great. A dynasty that can produce

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even one intellect in the class of Frederick the Great’s has justified itself in the eyes of history.

We had experience of it during the first World War: the only one of the belligerents that was truly religious was Germany. That didn’t prevent her from losing the war. What repulsive hypocrisy that arrant Freemason, Roosevelt, displays when he speaks of Christianity! All the Churches should rise up against him—for he acts on principles diametrically opposed to those of the religion of which he boasts.

The religions have passed the climacteric; they’re now decadent. They can remain like that for a few centuries yet. What revolutions won’t do, will be done by evolution. One may regret living at a period when it’s impossible to form an idea of the shape the world of the future will assume.

But there’s one thing I can predict to eaters of meat, that the world of the future will be vegetarian!

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As one can see, these entries are not identical. As well, the English entry is based on Heim’s entry, not Picker’s. Why is that the case if Picker was allegedly utilized to “validate” Heim (i.e., Für die Richtigkeit (for accuracy), F. d. R.)?

These three entries should also be identical:

Hitlers Tischgespräche (Picker)

22. 2. 1942 nachts
(Wolfsschanze)
Aufnahme: Heim. F. d. R.: Picker

Unser Presseapparat ist schon etwas Wunderbares. Das Pressegesetz hat dafür gesorgt, daβ Meinungsverschiedenheiten zwischen Männern der Regierung nicht vor dem Volk mehr ausgekämpft werden. Dazu ist die Presse nicht da.

[Editor’s commentary removed.]

Wir haben aufgeräumt mit der Vorstellung, als gehore es zur staatspolitischen Freiheit, daβ jeder aussprechen kann, was er Lust hat. Mehr als die Hälfte der deutschen Blätter hat Amann in der Hand. Wenn ich Lorenz rule und ihm in einigen Sätzen meine Einstellung gebe, so findet man das morgen um ein Uhr in jedem deutschen Blatt.

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Körperlich so klein, ist Dr. Dietrich doch ein hervorragend geschickter Fachmann. Er schreibt nicht gut, aber seine Reden sind oft ganz ausgezeichnet. Ich bin stolz darauf, daβ es mit diesen paar Mann mir möglich ist, auch einmal - wie es am 22. Juni 1941 geschah - das Steuer um 180 Grad herumzuwerfen. Das macht uns kein Land nach.

Die illustrierten Blätter haben einen schönen Aufschwung genommen. Um mit den angelsächsischen Illustrierten im Ausland zu konkurrieren, müβte die »Leipziger Illustrierte« im Inhalt wieder fesselnder werden. Gut sind die »Berliner«, die »Münchner« und die »Wiener Illustrierte«, vor allem auch der »IB« (Illustrierter Beobachter). Durch die politischen Reportagen aus Archiven hat sich vor etlichen Jahren die »Kölner Illustrierte« hervorgetan. Am ehesten konnte die »Deutsche Illustrierte« entbehrt werden.

Prachtvoll ist die Zeitung »Das Reich«. Im Frieden müssen wir noch eine dem »Reich« entsprechende Sonntagszeitung für das Land bekommen. Sie erscheint am Samstag und liegt den Bauern am Sonntag vor. Sie soll viel Bildwerk enthalten, so gesetzt sein, daβ sie leicht zu lesen ist, und auch einen Roman bringen, damit die Dirndln was davon haben.

Die Engländer tun sich leicht, was Bild- und Lesestoff angeht: Aus aller Welt strömt es ihnen unerschöpflich zu. Aber wir werden jetzt auch weiterkommen.

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Monologe (Heim)

Führerhauptquartier
22./23. 2. 1942, nachts

Unser Presseapparat ist schon etwas Wunderbares. Das Pressegesetz hat dafür gesorgt, daβ Meinungsverschiedenheiten zwischen Männern der Regierung nicht vor dem Volk mehr ausgekämpft werden. Dazu ist die Presse nicht da! Wir haben aufgeräumt mit der Vorstellung, als gehörte es zur staatspolitischen Freiheit, daβ jeder aussprechen kann, was er Lust hat. Mehr als die Hälfte der deutschen Blätter hat Amann in der Hand. Wenn ich jetzt Lorenz zu mir rufe und ihm in einigen Sätzen meine Einstellung gebe, so findet man das morgen um ein Uhr in jedem deutschen Blatt. Der kleine Mann, der Doktor Dietrich, ist doch ein hervorragend geschickter Fachmann. Er schreibt nicht gut, aber seine Reden sind oft ganz ausgezeichnet. Ich bin stolz darauf, daβ es mit dienen paar Mann in meinem Hauptquartier möglich ist, auch einmal, wie es am 22. Juni geschah, das Steuer um einhundertachtzig Grad herumzuwerfen; das macht uns kein Land nach!

Die Illustrierten Blätter haben einen schönen Aufschwung genommen. Um mit den angelsächsischen Illustrierten im Ausland zu konkurrieren, müβte die Leipziger Illustrierte im Inhalt wieder fesselnder werden. Gut sind die Berliner, die Münchner und die Wiener Illustrierte, vor allem auch der I[llustrierte] B[eobachter]. Durch die politischen Reportagen aus Archiven hat sich vor etlichen Jahren die Kölner Illustrierte hervorgetan. Am ehesten könnte die Deutsche Illustrierte entbehrt werden. Prachtvoll ist »Das Reich«. Im Frieden müssen wir noch eine dem »Reich« entsprechende Sonntagszeitung für das Land bekommen. Sie erscheint am Samstag und liegt dem Bauern am Sonntag vor. Sie soll viel Bildwerk enthalten, so gesetzt sein, daβ sie leicht zu lesen ist, und auch einen Roman bringen, damit die Dirndln was davon haben. Die Engländer tun sich leicht, was Bild und Lesestoff angeht. Aus aller Welt strömt es ihnen unerschöpflich zu. Aber wir werden jetzt auch weiterkommen.

Der Glanz von Wien und das, was wir den Charme der Stadt nennen, erklärt sich aus ihrer Vergangenheit, fünfhundert Jahre Kaiserresidenz!, aus ihrem Reichtum und daraus, daβman über fremde Völker dort zu herrschen hatte.

Ich war so arm in meinen Wiener Jahren, daβ ich mir nur die allerbesten Vorstellungen hab’ leisten können, und so erklärt sich, daβ ich den Tristan damals schon dreiβig bis vierzig Mal gehört habe in seiner allerersten Besetzung, dazu Verdi und einiges wenige andere, nicht aber, was drum und dran gespielt wurde.

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Trevor-Roper

(softcover English ed. of Hitler’s Table Talk)[76]

Night of the 22-23 February 1942

The principal newspapers of the Party—Tristan and other pieces at Vienna.

The organization of our press has truly been a success. Our law concerning the press is such that divergences of opinion between members of the Government are no longer an occasion for public exhibitions, which are not the newspapers’ business. We’ve eliminated that conception of political freedom according to which everybody has the right to say whatever comes into his head. Amann controls more than half of the German press.

It’s enough for me to send for Lorenz and inform him of my point of view, and I know that next day all the German newspapers will broadcast my ideas. Our little Dr. Dietrich is an extremely clever man. He doesn’t write well, but his speeches are often first-rate. I’m proud to be able to think that, with such collaborators at my side, I can make a sheer about-turn, as I did on 22nd June last, without anyone’s moving a muscle. And that’s a thing that’s possible in no country but ours.

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Our illustrated newspapers have greatly improved. But, to compete abroad with the Anglo-Saxon weeklies, the Lekiger Illustrierte should be more eye-catching. The Berliner, the Münchener and the Wiener are well-made illustrated papers—the JB [sic] still better. The Kölner gained the limelight some years ago thanks to the documents it published. On the other hand, we could easily do without the Deutsche Illustrierte. Das Reich is a great success.

When peace has returned, we shall need, as a pendant to Das Reich, a Sunday weekly for people in the country. It should be easy to read, should have a serialized novel—so that young girls should likewise get their share—and should be copiously illustrated.

The English newspapers are in a privileged position as regards both the text and the photographic documentation. From all parts of the world, their material reaches them in floods. We ourselves shall be enabled by our new conquests to make progress in that field.

The brilliance, and what’s called the charm, of Vienna are explained by a long past. For five centuries Vienna was the capital of an empire.

I was so poor, during the Viennese period of my life, that I had to restrict myself to seeing only the finest spectacles. Thus I heard Tristan thirty or forty times, and always from the best companies. I also heard some Verdi and other works—leaving out the small fry.

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As one can see, the underlined portions of Heim’s entry on this date are not present in Picker’s same entry. This particular English-edition entry is therefore based on Heim’s notes, not on Picker’s. And lest we forget it, neither man’s original records in his own respective handwriting, exists. In fact, we do not even have the typed ‘originals’, other than the 40 Heim pages which were previously discussed.

To conclude, one final comparison:

Picker on December 13, 1941:

“Es ist gut, dass ich die Pfaffen nicht hineingelassen habe in die Partei. Am 21. März 1933 – Potsdam – war die Frage: Kirche oder nicht Kirche? Ich hatte den Staat gegen den Fluch der beiden Konfessionen erobert. Wenn ich damals angefangen hätte, mich der Kirche zu bedienen – wir sind an die Gräber gegangen, während die Männer des Staates in der Kirche waren–, so würde ich heute das Schicksal des Duce teilen. Für sich ist er ein Freigeist. Aber er hat mit Konzessionen begonnen… Ich würde im Vatikan einmarschieren und die ganze Gesellschaft herausholen. Ich würde dann sagen: “Verzeihung, ich habe mich geirrt!” – Aber sie wären weg!”

Trans.: “It is good that I did not let priests into the party. On 21 March 1933 - Potsdam - the question was: Church or no church? I had conquered the state despite the curse of the two confessions. If I had begun to serve the church – we went to the graves, while the men of the state were in the church – I would now be sharing the fate of the Duce. He is a free-thinker. But he has begun with concessions... I would enter the Vatican and throw the whole lot of them out. I’d say, “Excuse me, I’ve been wrong!” – But they would [already] have been out [gone]!”

Trevor-Roper/Stevens:

“What a happy inspiration, to have kept the clergy out of the Party! On the 21st March 1933, at Potsdam, the question was raised: with the Church, or without the Church? I conquered the State despite the malediction pronounced on us by both creeds. On that day, we went directly to the tomb of the kings whilst the others were visiting religious services. Supposing that at that period I’d made a pact with the Churches, I’d to-day be sharing the lot of the Duce. By nature the Duce is a free-thinker, but he decided to choose the path of concessions. For my part, in his place I’d have taken the path of revolution. I’d have entered the Vatican and thrown everybody out—reserving the right to apologise later: “Excuse me, it was a mistake.” But the result would have been, they’d have been outside!”


Notes

[67] Werner Koeppen, Herbst 1941 im “Führerhauptquartier”: Berichte Werner Koeppens an seinen Minister Alfred Rosenberg, ed. Martin Vogt (Koblenz, DE: Bundesarchiv, 2002), 18-27. Translated by Weronika Kuzniar.
[68] “In German the word Kessel (literally a cauldron) is commonly used to refer to an encircled military force, and a Kesselschlacht (cauldron battle) refers to a pincer movement. The common tactic which would leave a Kessel is referred to Keil and Kessel (Keil means wedge).” See https://en.wikipedia.org/wiki/Pocket_(military).
[69] presumably Herr Stuckart
[70] The meaning here appears to be that the influence of such a university and education would hardly be limited to the city of Kiev. Ideas and knowledge spread, as we know.
[71] i.e., the path to success or the successful course of action to win the people
[72] Heinrich Heim, Adolf Hitler - Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944: Aufgezeichnet von Heinrich Heim, ed. Werner Jochmann (München, DE: Orbis Verlag, 2000). Note: Applicable page numbers are included in the text.
[73] Henry Picker, Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier (München, DE: Propyläen Verlag, 2003). Note: Applicable page numbers are included in the text.
[74] Trans.: Recording by Heim. F. d. R (for the accuracy!): Picker. Notice that this Picker entry differs markedly from that of Heim above? And the editor/publisher is trying to pass this off as, “for the sake of accuracy we have Mr. Picker”? If both men steno recorded Hitler as he spoke in the first person, then why the discrepancies between these two entries? There should not be any differences. This same rule applies to the entries of Werner Koeppen. Though, to Koeppen’s credit he never claimed to record Hitler word for word. His records are just reports of FHQ meetings and conversations.
[75] Martin Bormann and Adolf Hitler, Hitler’s Table-Talk 1941-1944: His Private Conversations, ed. Hugh Trevor-Roper, trans. Norman Cameron and R.H. Stevens (New York, N. Y.: Enigma Books, 2000). Note: Applicable page numbers are included in the text.
[76] Heim, Heinrich, and Picker, Henry, Hitler’s Table Talk, 1941-1944: His Private Conversations, ed. Hugh Trevor-Roper, trans. Norman Cameron and R. H. Stevens, New Updated Edition (New York, N. Y.: Enigma Books, 2008).

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Author(s): Veronica Clark
Title: Genoud, Heim & Picker’s “Table Talk”: A Study in Academic Fraud & Scandal
Sources: Inconvenient History, Vol. 9, No. 3 (2017)
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Published: 2017-08-30
First posted on CODOH: Aug. 30, 2017, 8:22 a.m.
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