Professor Faurisson antwortet dem Amerikaner Michael Shermer

Published: 1995-03-31

Am 14. März 1995 veröffentlichte Michael Shermer, Direktor der »Skeptics Society« und des Skeptic Magazine, einen »Offenen Brief an Holocaust-Revisionisten«, in dem er einen Abschnitt von mehr als 300 Wörtern einem Gespräch widmete, das wir im September 1994 in Irvine (California) auf meine Anregung hin miteinander geführt hatten. Er schickte mir keine Kopie dieses offenen Briefes zu. Heute, am 31. März, erhielt ich eine solche von Dr. Toben, einem Revisionisten, Herausgeber eines Nachrichten-Briefes mit dem Titel Adelaide Institute (Australien). Ich wäre Dr. Toben dankbar für die Veröffentlichung meiner Stellungnahme.

Ich machte Mr. Shermer auf die nachstehende Tatsache aufmerksam:

Wenn er die Deutschen beschuldigt,

  1. die Konstruktion von chemischen Schlachthäusern zur systematischen Tötung von Juden in großer Anzahl beschlossen,
  2. die »Tatwaffen« gebaut, und
  3. sie jahrelang unter Anwendung einer besonderen Technik und einer besonderen Betriebsweise benutzt zu haben,

dann liege nun die Beweislast bei ihm.

Ich bat ihn persönlich um materielle oder physikalische Beweise, so wie das in jedem Kriminalfall üblich ist. Zunächst einmal möchte ich, daß er meiner ganz einfachen Herausforderung Rechnung trägt. Sie lautet: « Zeigen Sie mir oder zeichnen Sie mir eine Nazi-Gaskammer!«

Die Worte »Zeigen Sie mir« bedeuten daß, wenn er glaubt, daß die in Auschwitz oder anderswo gezeigten Gaskammern tatsächlich echt sind, er dann nur etwas Verantwortung auf sich zu nehmen brauche, indem er uns sagen würde: »Dies war eine Nazi-Gaskammer«. Dann könnten wir ein Gespräch darüber führen.

Die Worte »...oder zeichnen Sie mir« bedeuten daß, wenn er der Ansicht ist, daß »die Deutschen alle ihre Hinrichtungs-Gaskammern zerstört haben«, oder daß »die den Touristen gezeigten Nazi-Gaskammern unvollständig, nachgebaut wurden oder Attrappen sind«, er mir dann nur durch eine Zeichnung darzulegen hätte, was eine echte Gaskammer ist, natürlich komplett und ausführlich mit deren Technik und Betriebsweise. Dann könnten wir eine Gespräch darüber führen.

In seinem Artikel hat Mr. Shermer nichts dergleichen gezeigt oder aufgezeichnet. Während unseres Gesprächs schnitt er das Thema nicht an. Er stellte mir die Frage, was für mich ein Beweis sei. Aber ich hatte diese Frage bereits beantwortet – es sei, wie in einem Kriminalfall verlangt wird, eine körperliche, sachlich-richtige Darstellung der Tatwaffe. Falls er dem nicht zustimme, müsse er mir schon sagen warum, und mir das vorlegen was er einen Beweis nennt, und zwar nicht in der Theorie, sondern in der Praxis.

Ich sagte ihm immer wieder, daß er mir nur einen eigenen Beweis zu liefern hätte: Schließlich sei er es, der eine Anschuldigung erhoben habe; er müsse diese nun auch beweisen; es sei seine Sache, zu entscheiden, welche Art von Beweis er vorzulegen wünsche. Wir könnten dann darüber diskutieren. Leider trug er niemals irgendetwas vor, was wir hätten erörtern können.

Nun sagt er heute, er »glaube, daß [meine] Gedankengänge eine philosophische Wendung nehmen könnten«. Aber gerade weil ich daran gewöhnt bin, so viele »intellektuelle« oder »philosophische« Betrachtungen zu hören (so etwas haben die Franzosen immer gern), stehe ich diesen sehr skeptisch gegenüber, besonders wenn sich ein Gespräch um ein Verbrechen oder um die dazu benutzte Tatwaffe dreht. Dann hebe ich stets die Bedeutsamkeit materieller oder physikalischer Beweisführung ganz besonders hervor. In dieser Hinsicht ziehe ich Sherlock Holmes oder Scotland Yard Sokrates oder Pyrrho (der Skeptiker) vor.

Andrew Allen wohnte unserem Gespräch bei. Ich räume ein, daß ich mit dem Finger auf Mr. Shermer stieß. Es war keine »Taktik«. Ich tat dies, weil ich immer wieder sagte: »Sie sind der Ankläger. Sie und niemand anders. Also liefern Sie mir bitte einen Beweis, nur einen einzigen Beweis für ihre furchtbare Anklage«.

Was ich Mr. Shermer damit sagen will, ist: »Stehlen Sie sich nicht aus Ihrer Verantwortung heraus!«

Zusammengefaßt, erwarten wir es immer noch von Mr. Shermer, daß er uns zeigt, was eine Gaskammer (die Waffe der Tat) ist, und wie sie aussieht, natürlich einschließlich deren Technik und Betriebsweise.

Ich rufe in Erinnerung, daß sich Michael Berenbaum, Forschungsleiter des Holocaust Memorial Museum in Washington, am 30. August 1994, vor vier Zeugen, dazu veranlaßt sah, meine Herausforderung auf seine eigenartige Weise anzunehmen. Er sagte:

»Es ist der Beschluß gefaßt worden, keine körperliche Darstellung der Nazi-Gaskammer zu bringen«.

Hierzu, sowie zu dem absurden Modell des Krematorium II und zu meinem Argument: »No holes, no "Holocaust"« (Keine Löcher, keine »Holocaust«), siehe Adelaide Institute, 10. November 1994, S. 4-5.

R. Faurisson

P.S.: Mr. Shermer belächelt meinen »unnachahmlichen französischen Akzent«. Ich fürchte, daß er dabei Recht hat.


© 31. März 1995


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Author(s): Robert Faurisson
Title: Professor Faurisson antwortet dem Amerikaner Michael Shermer
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Published: 1995-03-31
First posted on CODOH: Sept. 15, 2000, 7 p.m.
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